Vermischtes
ETH testet Flugroboter für Katastrophen-Einsätze
Wenn es für Hilfskräfte zu geführlich ist, soll der neue Mini-Helikopter «sFly» zum Einsatz kommen. Die ETH Zürich hat die Helikopter-Neuheit nun vorgestellt.
«sFly» ist ein Mini-Helikopter, der sich in zerstörten Gebäuden oder unzugänglichen Gelände bewegen kann. Fluggeräte, die Videoaufnahmen liefern, gibt es zwar bereits heute. Doch diese sind auf GPS und eine Verbindung zur Bodenstation angewiesen. Innerhalb von Gebäuden, in engen Strassenschluchten oder hinter dicken Mauern versagen sie oft den Dienst. Nicht so das neueste Technikwerk der ETH Zürich. «sFly» verfügt über drei Kameras, mit denen er seine Position und seine Flugbewegungen in Echtzeit berechnen kann.
Dies ist für Katastropheneinsätze von Vorteil, etwa wenn ein Gebäude einsturz- oder explosionsgefährdet ist. Die Forscher der ETH haben bei diesem Projekt aber auch grössere Katastrophen im Hinterkopf, so etwa die Atomkatastrophe in Fukushima, bei der das Ausmass der Zerstörung längere Zeit unklar war.
«sFly» trotzt selbst starken Winden
Das 1,5 Kilogramm schwere Fluggerät, das seinen eigenen Computer mit sich trägt, merkt also, ob es direkt auf ein Hindernis zusteuert und wo sich ein Durchgang befindet. Auch auf Windböen kann es reagieren und selber Gegensteuer geben.
Mit einem Durchmesser von nur 50 Zentimetern ist der «sFly» klein genug, um in engen, verwinkelten Räumen zu manövrieren. Was er mit seinen Kameras festhält, übermittelt er anschliessend über WLAN an einen Bodencomputer. Dieser stellt die Situation in 3D dar.
Der Akku macht Probleme
Beim «sFly» handele es sich erst um ein Forschungsprojekt, das die technischen Möglichkeiten ausloten wolle, sagte Roland Siegwart, Leiter des Labors für Autonome Systeme, bei der Präsentation in Zürich. Man hoffe aber, dass die Flugroboter dieses Projekts in nicht allzu ferner Zukunft eine wichtige Hilfe sein könnten.
Auch für den Ernstfall bereit ist «sFly» noch nicht. Zu wenig leistungsfähig sind die Akkus bislang. Um dereinst ganz unabhängig von einer Stromzufuhr zu sein, forscht die ETH auch an einem Solarmodell.
(sda/mery; maiu)



