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Präsidentenwahl Frankreich

Hollande mit Chancen – Sarkozy biedert sich an

Sonntag, 22. April 2012, 23:23 Uhr, Aktualisiert 23.04.2012, 14:03 Uhr

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat sich nach Bekanntwerden der ersten Resultate sofort den Wählern am rechten Rand zugewandt. Herausforderer François Hollande sparte nicht mit Kritik und machte Sarkozy für das gute Abschneiden des Front National verantwortlich.

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Vor seinen Anhängern liess sich der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande zunächst feiern. Er erklärte sich zum Favoriten für die Stichwahl gegen den amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy. «Ich bin heute der am besten Platzierte, um der nächste Präsident der Republik zu werden», sagte der Wahlsieger der ersten Runde in der Stadt Tulle. «Am 6. Mai will ich einen Sieg, einen schönen Sieg.»

Das Resultat der ersten Wahlrunde hat kaum jemanden in Frankreich überrascht. (Tagesschau, 23.4.2012, 12.45)

Europa müsse eine neue Orientierung in Richtung auf Wachstum und Arbeitsplatzbeschaffung gegeben werden. Sarkozy dagegen gab er eine Mitschuld am guten Abschneiden der rechtsextremen Front National von Marine Le Pen. «Nie zuvor hat die Front National ein derartiges Niveau bei einer Präsidentschaftswahl erreicht», sagte Hollande. «Das ist ein neues Signal, das in der Republik ein Aufbegehren nötig macht.»

Grosse Chancen für Hollande

Der Sozialist François Hollande wird laut einer Umfrage vom Wahlabend auch die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl gewinnen.

Laut einer telefonischen Erhebung des Pariser Ifop-Institutes unmittelbar nach den ersten Prognosen am Sonntagabend würden sich 54,5 Prozent der Wähler für Hollande entscheiden, 45,5 Prozent für den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy stimmen.

Besonders beliebt ist Hollande demnach bei den Wählern unter 35 Jahren. Sarkozy hingegen überzeugt vor allem Franzosen über 65 Jahre. Der zweite Urnengang findet am 6. Mai statt.

Sarkozy dagegen versucht mit Verständnis bei den Le-Pen-Wählern anzukommen. Mit dem Stimmenanteil von fast 20 Prozent für Marine Le Pen brächten die Menschen «ihre Sorge, ihr Leiden und ihre Angst zum Ausdruck, und ich verstehe diese Angst», sagte Sarkozy in Paris. Es gehe den Menschen um die Beherrschung der Zuwanderung, den Wert der Arbeit und um Sicherheit.

SF-Korrespondent Michael Gerber «Die Ausgangslage ist relativ komfortabel für François Hollande» (Tagesschau, 23.4.2012, 12.45)

Mit der Stichwahl gegen den Sozialisten François Hollande am 6. Mai komme für das Land der entscheidende Augenblick, in dem zwei Persönlichkeiten aufeinander stiessen, sagte Sarkozy. Sarkozy verlangte, dass es bis dahin drei Fernseh-Duelle geben solle. Hollande will nur ein Duell, wie es in Frankreich Tradition ist.

(sda/dpa/halp;maiu)