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Breivik: «Ja, ich würde das wieder tun»
Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat am zweiten Tag des Terrorprozesses in Oslo Gelegenheit bekommen, seine Motive darzulegen. Versteinert und schockiert verfolgte das Publikum seine Ausführungen. Das Gericht musste den Angeklagten sogar mehrmals unterbrechen.
Breivik las mit ruhiger Stimme eine auf 13 Seiten vorbereitete Rede vor – eine Mischung aus Selbstrechtfertigung und wirren politischen Statements. Die Richterin forderte ihn mehrmals auf, seine Aussage abzuschwächen. Breivik dagegen betonte, er müsse seinen gesamten Vortrag halten, um seine Motive zu erklären. Mit gesenktem Blick las er von seinen Notizen ab und schien nicht in der Lage, von den vorbereiteten Formulierungen abzuweichen.
Angehörige der Opfer beschwerten sich über den langen Vortrag des Angeklagten. Über ihre Anwälte forderten sie Breivik im Prozess in Oslo auf, seine Stellungnahme abzukürzen. Er habe seine Formulierungen aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen angepasst, erklärte dagegen der Angeklagte.
«Das waren keine unschuldigen Kinder»
Diesen Eindruck erweckte Breivik in seinen Ausführungen aber nicht. Seine Attentate würde er wiederholen, sagte der rechtsradikale Islamhasser mit ruhiger Stimme. «Ja, ich würde das wieder tun.» Und – «Das waren keine unschuldigen Kinder.»
Laienrichter abberufen
Am Morgen war der Prozess zunächst unterbrochen worden. Das Gericht zog sich zurück, um über einen Befangenheitsantrag zu befinden. Das Resultat: Ein Laienrichter wurde wegen Befangenheit abberufen. Er hatte im Internet die Todesstrafe für Breivik gefordert.
Seine öffentliche Reaktion nach den Terroranschlägen im vergangenen Sommer könne «das Vertrauen in ihn als Richter schwächen», sagte Richterin Arntze. Der 33 Jahre alte Schöffe hatte zugegeben, einen Artikel der Zeitung «VG» im sozialen Netzwerk Facebook mit den Worten kommentiert zu haben: «Die Todesstrafe ist das einzig gerechte in diesem Fall!»
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten gefordert, dass er vom Prozess ausgeschlossen wird. Ein Ersatzrichter rückte daraufhin nach.
Laienrichter wegen Befangenheit abberufen
Bereits im März waren zwei der ursprünglich insgesamt fünf zur Verfügung stehenden Laienrichter vom Parlament wegen Befangenheit abberufen worden. Unter anderem soll ein Sohn einer der beiden Laienrichter Verbindungen zur regierenden Arbeiterpartei haben, die das Sommerlager auf der Ferieninsel Utøya ausrichtete.
Für die Urteilsfindung im Massenmord-Prozess sind insgesamt fünf Richter zuständig – zwei Berufs- und drei Laienrichter. Den Vorsitz hat die Berufsrichterin Wenche Elizabeth Arntzen. Bei der Urteilsfindung hat das Urteil aller fünf Richter gleich grosses Gewicht.
Terrorismus und vorsätzlicher Mord
Der 33Jährige muss sich für den Tod von 77 Menschen verantworten. Ihm werden Terrorismus und vorsätzlicher Mord vorgeworfen. Breivik darf sich insgesamt fünf Tage lang zu seinen Motiven äussern. Es wird befürchtet, dass er das Verfahren nutzt, um seine islamfeindliche Ideologie zu propagieren.

Breivik spricht von «Notwehr»
Breivik hatte sich am Montag zu dem Bombenanschlag in Oslo und dem Amoklauf auf Utøya bekannt. Allerdings sieht er in den Taten kein strafrechtlich zu verfolgendes Delikt, da er wegen der aus seiner Sicht drohenden Islamisierung Norwegens aus «Notwehr» gehandelt haben will. Lesen Sie hier mehr zum ersten Prozesstag.
(sda/dpa/hues;horm;galc)







