Inhalt

Vermischtes

Premiere im Emmental: Ein Wolf ist unterwegs

Montag, 16. April 2012, 16:51 Uhr

Bei Schangnau im Emmental (BE) ist eine gerissene Hirschkuh gefunden worden. Die DNA-Analyse ergab, dass ein Wolf das Tier gerissen haben muss. Wahrscheinlich handelte es sich um den «Luzerner Wolf» M20.

Bild

Nach Angaben des Berner Jagdinspektors Peter Juesy wurde die gerissene Hirschkuh am bereits 27. März im Gebiet Schangnau-Schwand-Chemmeriboden entdeckt.

Die Schafhirte und die Behörden der Umgebung wurden über den Fall informiert, ansonsten sind keine Sofortmassnahmen vorgesehen.

Kein Abschuss geplant

Noch ist nicht sicher, welcher Wolf das Emmental besucht hat. Juesy vermutet, dass es sich um den «Luzerner Wolf» M20 handelt. Dieser ist 2008 aus Norditalien zugewandert und hält sich seit rund drei Jahren vorab in den Kantonen Luzern und Obwalden auf.

Juesy sieht vorläufig keine Notwendigkeit, dem Tier zu Leibe zu rücken. Die Stossrichtung des Bundes sei schliesslich klar: «Erst wenn sich der Wolf flächendeckend ausgebreitet hat, wenn sich Rudel bilden und wenn die Wölfe Junge grossziehen, erst dann sollen bei grossen Schäden an Nutztieren Wölfe abgeschossen werden.»

Der Jagdinspektor wies weiter darauf hin, dass im Emmental das Konfliktpotenzial mit Schafen geringer sei als etwa im Berner Oberland. So gebe es im Emmental ja keine grossen Sömmerungsalpen. Im Oberland werden die Schafherden häufig mit Herdenschutzhunden geschützt.

Seit gut 10 Jahren wieder in der Schweiz

Der Wolf ist 1995 in die Schweiz zurückgekehrt. In den Kantonen Graubünden, Wallis und Tessin leben heute mehrere Exemplare. Ein weiterer Wolf – F05 – ist mehrmals im Freiburgischen und im westlichen Berner Oberland nachgewiesen worden.

(sda/fref;vaid)