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Kultur

«Tschuttibildli» für Kulturbeflissene

Samstag, 14. April 2012, 9:34 Uhr

Die Nachfrage nach den künstlerisch gestalteten «Tschuttibildli» des unabhängigen Luzerner Fussball-Magazins «Tschuttiheftli» ist beachtlich. Anlässlich der WM 2010 musste man gar einen Nachdruck organisieren. 2012 will man darum expandieren.

Zehn Feldspieler, ein Goalie und ein Trainer. Und das geballte Fachwissen der Redaktion des unabhängigen Luzerner Fussball-Magazins «Tschuttiheftli». Das ist die Rezeptur einer erfolgreichen Idee: Panini-Bildchen für die Fussballfreunde, aber mit künstlerischem Anspruch.

Riesen Nachfrage an der WM 2010

«Unsere Fussballbildli wenden sich an ein Publikum, das vor allem auch an Kultur und Illustrationen interessiert ist», sagt Silvan Glanzmann, verantwortlich für den Web-Auftritt des Magazins, zu «SF Online».

An der WM vor zwei Jahren sind sie fast überrannt worden. Als deutsche Fussball-Freunde die künstlerisch aufgepeppten Konterfeis ihrer Ballkünstler im Internet fanden, musste das als Verein organisierte «Tschuttiheftli» überraschend für eine Zweitauflage die Druckerpressen anwerfen.

Bild Eine Illustration des Fussballtrainers Ottmar Hitzfeld - er ist zur Hälfte unter Wasser.
An der Quali baden gegangen. Das soll wohl die Illustration von Ottmar Hitzfeld zeigen. tschuttiheftli

Auch wenn die Schweiz die Hürde zum Mitmachen an der EM im Sommer verpasst hat, sind auch Ottmar Hitzfeld, Xherdan Shaqiri und Co. im Heft vertreten – unter Wasser, untergegangen.

Arbeitsprobe von Künstlern

Alles beginnt mit einer Ausschreibung an der Kunsthochschule für Gestaltung. «Wir möchten vor allem auch jungen neu einsteigenden Illustratoren eine Chance geben», sagt Glanzmann.

Die Künstler bewerben sich mit einer Arbeitsprobe. Mit diesen Eindrücken entscheiden sich die Macher von «Tschuttiheftli», welchen Illustrator sie engagieren möchten.

Deutscher Partner mit im Boot

Die Panini-Alternative pflegt den Groove der Alternativszene. Es geht den Machern in erster Linie um die Sache und weniger um den ökonomischen Erfolg. Darum wird auch dieses Jahr nicht mit der ganz grossen Kelle angerichtet.

Um aber nicht nochmals wegen deutscher EM-Bildlistürmern in die Bredouille zu geraten, hat man sich beim nördlichen Nachbarn einen potenten Partner gesucht. Und ihn gefunden. «Eine grosse deutsche Grafik-Agentur in Hamburg organisiert die Vermarktung nördlich des Rheins», sagt Glanzmann im Interview.

Kunst statt Panini – und erst noch günstiger

In der Schweiz sind die Bildli Online zu bestellen (s. Kästchen). In grösseren Städten wie Zürich, Bern, Basel, Chur, Winterthur und Schaffhausen sind die Alternativ-Fan-Heftli in ausgewählten Fussball-Kneipen, Buchhandlungen sowie an unabhängigen Kiosken zu kaufen.

«Unsere Hauptabnehmer sind natürlich eher Erwachsene», sagt Glanzmann. Finanziell auf alle Fälle lohnt der Griff nach den stylischen Rooney & Co. Das Päckli kostet zwar genau gleich viel wie die Panini-Produkte. Aber es hat 10 statt nur 5 Bildli drin.

(sf/from;bers;koua)