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International

Konflikt zwischen Sudan und Südsudan eskaliert

Donnerstag, 12. April 2012, 22:42 Uhr

Der Südsudan meldet Luftangriffe auf die Stadt Bentiu im Bundesstaat Unity. Sudanesische Kampfbomber hätten im Morgengrauen fünf Bomben über Bentiu abgeworfen. Beide Seiten bezichtigen sich der Kriegstreiberei.

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Offenbar sei eine strategisch wichtige Brücke Ziel der Angriffe gewesen. Diese verbindet die Stadt in der Grenzregion mit einer Strasse Richtung Norden. Verletzt wurde aber niemand, sagte der stellvertretende südsudanesische Informationsminister Atem Yaak Atem.

Bentiu liegt etwa 60 Kilometer von der Grenze zum Sudan entfernt. In dem wegen seiner reichen Ölvorkommen umstrittenen Grenzgebiet liefern sich beide Seiten seit Tagen heftige Kämpfe. Städte waren bisher aber von den Kampfhandlungen verschont geblieben

Gegenseitige Beschuldigungen

Die Staatschefs beider Länder warfen einander Kriegstreiberei vor. «Unsere Brüder im Südsudan haben den Weg des Kriegs gewählt», sagte der sudanesische Präsident Omar al-Baschir. Sein südsudanesischer Amtskollege Salva Kiir konterte, Baschir habe «einen totalen Krieg» gegen sein Land angekündigt.

Friedliebend, wie man sei, wolle man keinen Krieg. Werde man jedoch angegriffen, werde man sich verteidigen.

UNO-Sicherheitsrat fürchtet neuen Krieg

«Es besteht die Gefahr eines Krieges», warnte US-Botschafterin Susan Rice in New York. Die amtierende Präsidentin des UNO-Sicherheitsrates rief die Konfliktparteien dazu auf, ihre Einheiten «16 Kilometer von der Grenze zu entfernen».

Der Rat verfolge den Konflikt «mit grosser Sorge». Rice drängte beide Länder erneut zu einem von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon vorgeschlagenen Gipfeltreffen. Versuche der Afrikanischen Union, zwischen beiden Seiten zu vermitteln, sind bislang gescheitert.

Zivilbevölkerung leidet unter Bruderkrieg 

Der Südsudan ist reich an Erdölvorkommen, jedoch darauf angewiesen, das Öl über Pipelines durch den Norden exportieren zu können. Der Unabhängigkeit des Südsudan waren 20 Jahre Bürgerkrieg zwischen der sudanesischen Zentralregierung und dem überwiegend christlichen Süden des Landes vorausgegangen.

Die Zivilbevölkerung leidet zunehmend unter dem Konflikt. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen teilte mit, dass eine Frau und drei Kinder am Dienstag bei Luftangriffen verletzt und in einem Spital behandelt worden seien.

(dpa/falt)