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Syriens Armee schiesst auf Flüchtlinge – an türkischer Grenze
Der Konflikt in Syrien greift auf das Nachbarland Türkei über. Al-Assads Soldaten haben auf türkisches Gebiet geschossen und zahlreiche Menschen verletzt. Damit sind die Hoffnungen auf eine schnelle Waffenruhe in Syrien nach Auffassung der Regierung in Ankara zunichte gemacht.
Wie türkische Fernsehsender berichteten, ist dieser Vorgang erstmalig. Die Menschen wurden auf türkischem Staatsgebiet von Schüssen verletzt, die von syrischen Truppen über die Grenze hinweg abgefeuert wurden.
Unter den Verletzten sei auch ein türkischer Staatsbürger. Er habe in dem Flüchtlingslager als Übersetzer gearbeitet.
Scharfe Warnung aus der Türkei
Zudem seien auf syrischer Seite mindestens zwei Menschen getötet und insgesamt elf weitere verletzt worden, als es zu Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen der oppositionellen Freien Syrischen Armee gekommen ist.
Das türkische Aussenministerium richtete eine scharfe Warnung an das syrische Regime. Die Angriffe müssten umgehend gestoppt werden. Der Zwischenfall schlage ein neues Kapitel in dem Konflikt auf, zitierte das türkische Staatsfernsehen TRT einen Sprecher des Aussenministeriums in Ankara. Die Türkei verstärkte ihre Truppen in dem Gebiet.
Die Grenzverletzung durch die syrischen Truppen belaste das ohnehin seit Monaten angespannte Verhältnis zwischen Ankara und dem Assad-Regime weiter. «Von morgen an wird ein neues Kapitel beginnen», kündigte Vize-Aussenminister Naci Koru an.
China ruft zur Waffenruhe auf
Auch China hat die syrische Führung dazu aufgerufen, die von Dienstag an vereinbarte Waffenruhe zu befolgen. Die syrische Regierung müsse ihre Zusagen bezüglich einer Waffenruhe und eines Rückzugs der Truppen aus den Protesthochburgen einhalten.
Human Rights Watch spricht von Massenhinrichtungen
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft dem Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor, bei den jüngsten Militäroffensiven mehr als 100 Menschen in den Protesthochburgen hingerichtet zu haben.
In einem in New York veröffentlichten 25seitigen Bericht schreibt die Gruppe, dass es sich bei den Getöteten um Zivilisten sowie um verletzte oder festgenommene Rebellen gehandelt habe.
Gleiches gelte für die syrischen Rebellen, sagte ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums. China hatte zuvor zusammen mit Russland zweimal Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates gegen Damaskus blockiert.
Verweigerung «inakzeptabel»
Frankreich verurteilte am Sonntag die neuen syrischen Forderungen für einen Waffenstillstand als «inakzeptabel». Frankreich müsse zusammen mit der internationalen Gemeinschaft Konsequenzen aus der syrischen Verweigerung einer Zusammenarbeit ziehen, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums.
Das Regime von Präsident Baschar al-Assad hatte nachträglich schriftliche Garantien der Opposition gefordert. Erst wenn die Rebellen ihre Angriffe stoppen und Katar, Saudi-Arabien und die Türkei diese nicht mehr mit Geld und Waffen unterstützen, will sich Syrien an die Vereinbarung halten.
(sda/dpa/weis/horm;mery)



