Inhalt

International

Dreifachsieg: Mitt Romney auf der Zielgeraden

Mittwoch, 4. April 2012, 5:23 Uhr, Aktualisiert 20:38 Uhr

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner hat sich Favorit Mitt Romney mit einem dreifachen Vorwahl-Sieg weiter und vermutlich vorentscheidend abgesetzt. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts gewann in Maryland, Wisconsin und in der Hauptstadt Washington.

Bild

Mit den drei Siegen hat Romney dem TV-Sender CNN zufolge nun mehr als die Hälfte der 1144 Delegiertenstimmen sicher, die er für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat auf dem Parteitag Ende August benötigt.

Einschätzungen von SF-Korrespondent Arthur Honegger «Der Vorwahlkampf hat Mitt Romney eher geschwächt» (Tagesschau, 4.4.2012, 19.30)

Sieg auch in konservativen Staaten

In Maryland erreichte Romney Teilergebnissen zufolge 50 Prozent der Stimmen, sein erzkonservativer Rivale Rick Santorum kam nur auf 29 Prozent. In Washington kam der Ex-Gouverneur von Massachussetts mit 68 Prozent sogar auf einen noch deutlicheren Erfolg.

Wer liegt vorne?

Republikanische Delegiertenstimmen nach verbliebenen Präsidentschaftsbewerbern – (benötigte Stimmenzahl 1144; Quelle New York Times, Stand 6.6.2012).

Bewerber Stimmen total
Mitt Romney 1398
---------------------- ----
Rick Santorum 267
Newt Gingrich 138
Ron Paul 137

Anders als in Maryland und Washington, wo eher moderate Republikaner zuhause sind, hatte sich Santorum in Wisconsin dagegen durchaus Chancen ausgerechnet. Umsonst, denn auch hier im erzkonservativen Mittleren Westen fuhr Romney den Sieg ein. Insgesamt sicherte er sich in den drei Staaten weitere 80 Delegiertenstimmen, Santorum nur 6.

Newt Gingrich macht weiter

Santorum wird nach diesem Dreifach-Niederschlag keine realistische Möglichkeit mehr eingeräumt, die Zahl der notwendigen 1144 Delegiertenstimmen zu erreichen. Allerdings setzt er darauf, dass Romney das nötige Quorum ebenfalls verfehlt. In diesem Fall könnte es auf dem Parteitag im Spätsommer zu einer Kampfkandidatur kommen.

Auch der abgeschlagene frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, spekuliert auf einen umkämpften Parteitag und hat erklärt, bis zum Ende im Rennen bleiben zu wollen – obwohl er aussichtslos zurückliegt.

Obama richtet sich auf Duell mit Romney ein

Doch vielleicht ist auch im April schon alles zu Ende: In drei Wochen stehen die Vorwahlen in Santorums Heimatstaat Pennsylvania an. Noch führt Santorum zwar bei Meinungsumfragen für sein «Heimspiel», doch der Vorsprung auf Romney bröckelt. 

Wahlexperten der Republikaner haben daher den Vorwahlkampf abgehakt. Für sie steht Romney als Kandidat der Republikaner fest. Das sieht offenbar Barack Obama auch so, denn in einer Rede zur Haushaltslage erwähnte er Romney als einzigen der vier Bewerber um die Kandidatur namentlich.

(agenturen/olsm/falt;frua)