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International

Benedikt kritisiert US-Embargo gegen Kuba

Donnerstag, 29. März 2012, 3:56 Uhr

Papst Benedikt XVI. hat am Ende seines Kuba-Besuchs das US-Embargo gegen den sozialistischen Karibikstaat kritisiert. Gleichzeitig forderte Benedikt bei seinem Abschied auf dem Flughafen von Havanna die kubanische Regierung indirekt auf, alle Kubaner an der Erneuerung ihrer Gesellschaft zu beteiligen.

«Niemand sollte durch die Einschränkung seiner Grundfreiheiten daran gehindert werden, an dieser spannenden Aufgabe (der Erneuerung der Gesellschaft) teilzunehmen, und keiner fühle sich ausgeschlossen durch Nachlässigkeit oder Mangel an Ressourcen – eine Situation, die sich verschärft, wenn von aussen auferlegte restriktive wirtschaftliche Massnahmen schwer auf der Bevölkerung lasten», erklärte der Papst, ohne die USA namentlich zu benennen.

Bild Der Papst in seinem Mobil vor einem Portrait Che Guevaras.
Benedikt XVI. kritisierte die Sanktionen gegen Kuba, die nach der Machtergreifung der Kommunisten auf Kuba verhängt wurden. reuters

Washington hatte die Sanktionen gegen Kuba zu Beginn der 1960er-Jahre verhängt. Damals übernahmen dort kommunistische Revolutionäre unter Führung Fidel Castros die Macht.

Benedikt sagte weiter, die Kubaner sollten engagiert und ohne materiellen Mangel edle Werte sowie grundlegende Freiheiten anstreben können. Diese könnten die Basis sein für eine erneuerte und versöhnte Gesellschaft mit einer breiten Zukunftsvision.

«Lebendige Diskussion» mit Fidel Castro

Kurz vor der Abschiedszeremonie am Flughafen war Benedikt am Rande der offiziellen Agenda mit Revolutionsführer Fidel Castro zu einem halbstündigen Gespräch zusammengetroffen. «Es war eine sehr lebendige Diskussion, ein echter Meinungsaustausch», sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Das Gespräch sei «intensiv und herzlich» gewesen.

Papst trifft Fidel Castro (Tagesschau 24 Uhr, 28.03.2012)

Fidel Castro habe dem Papst mehrere Fragen gestellt, um dessen Meinung zu bestimmten Themen zu hören, fügte Lombardi hinzu. Der ehemalige Jesuitenschüler und spätere Revolutionsführer widme sein Leben heute «der kulturellen Reflexion über die heutige Welt».

Wie der Vatikan-Sprecher weiter mitteilte, sagte Fidel Castro, er habe die Papst-Reise in Kuba im Fernsehen verfolgt. Die beiden Männer hätten zudem ihr hohes Alter angesprochen.

Der Vatikan habe seit einiger Zeit gewusst, dass Fidel Castro den grossen Wunsch gehabt habe, den Papst zu treffen, ergänzte Lombardi. Castro hatte 1998 auch den früheren Papst Johannes Paul II. während dessen Besuch in Kuba getroffen.

(sda/buet)