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Vermischtes

Forscher überwachen Felsbewegungen am Matterhorn mit Sensoren

Dienstag, 27. März 2012, 14:23 Uhr

Schmelzwasser und Wärmeausdehnung sorgen für Felsbewegungen am Matterhorn. Zu diesem Schluss kommen Forscher der ETH Zürich und der Uni Basel. Ein Netzwerk von drahtlosen Sensoren haben die wichtigen Informationen geliefert.

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Nach einem Felsabbruch im Hitzesommer 2003 am Hörnligrat des Matterhorns nahm eine Forschergruppe um Stephan Gruber von der Universität Zürich das instabile Gebiet am Matterhorn genauer unter die Lupe, wie der Schweizerische Nationalfonds schreibt.
 
Im Sommer 2007 installierte Grubers Gruppe zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Basel und der ETH Zürich ein Netzwerk von drahtlosen Sensoren beim Hörnligrat. Dadurch war es den Forschenden möglich, die Felsbewegungen über mehrere Jahre hinweg zu messen.
 
Gefahrenzonen künftig überwachen
 
«Die Messdaten der letzten Jahre liefern uns wertvolle Informationen, um die Vorgänge in Permafrostgebieten besser zu verstehen», wird Stephan Gruber zitiert. In Zukunft könnten nun Gefahrenzonen gezielt überwacht werden.
 
Laut Gruber ist die Hypothese naheliegend, dass gefrorener Fels bei wärmeren Temperaturen tendenziell instabiler wird, «doch was sich im Untergrund abspielt, wissen wir nach wie vor erst ansatzweise».
 
Wie die Forscher nun im Fachmagazin «Journal of Geophysical Research» beschreiben, stellten sie ein «komplexes Bewegungsmuster» fest, das durch zwei Faktoren geprägt wird: Einer davon ist die Wärmeausdehnung.
 
«Wenn sich im Sommer das Gestein erwärmt, dehnt es sich aus, so dass sich die Klüfte im Fels schliessen», schreiben die Forschenden. Kühle das Gestein im Herbst wieder ab, öffneten sich auch die Klüfte wieder. Dadurch werde der Fels mit der Zeit aufgelockert.
 
Stabilität des Felsens verändert sich
 
Da sich einige Klüfte jedoch auch im Sommer öffnen, sind die Fachleute überzeugt, dass es noch einen «zweiten Mechanismus geben muss, der die Bewegung der Klüfte beeinflusst». Sie vermuten, dass entweder Schmelzwasser in die Klüfte dringt oder dass sich die mechanischen Eigenschaften des gefrorenen Wassers verändern.
 
«Im Untergrund kann es dadurch zu Scherbewegungen kommen, die an der Oberfläche zu einem Öffnen der Klüfte führen», folgern die Forschenden. Dies führe dazu, dass die Stabilität des Felsens innerhalb kurzer Zeit stark verändert werde.

(sda/blur)