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International

Die Republikaner zerfleischen sich selbst

Mittwoch, 7. März 2012, 7:15 Uhr, Aktualisiert 14:21 Uhr

Der «Super Tuesday» hat keinen deutlichen Sieger hervorgebracht. Zwar liegt Mitt Romney nach Delegiertenstimmen vorne, aber das Rennen ist noch lange nicht entschieden. Am Ende des langen Wahlkampfes könnte sogar Barack Obama der lachende Dritte sein. Dies sagt SF-Korrespondent Arthur Honegger.

Bild Santorum (von links), Romney und Gingrich mit Hand auf dem Herzen.
Die knappen Vorwahlen der Republikaner schaden der Partei im Hinblick auf die eigentlichen Wahlen. reuters

Weder Mitt Romney noch sein schärfster Rivale Rick Santorum konnten sich bei den Vorwahlen in zehn Bundesstaaten entscheidend absetzen. Mitt Romney habe zwar gezeigt, dass er gewinnen könne. Dies aber nur, wenn er massiv mehr Geld ausgebe, so SF-Korrespondent Arthur Honegger.

Beat Soltermann von Radio DRS meint: «Es ist kein Exploit von Romney, mit dem er seinen ärgsten Widersacher Santorum abschütteln kann.» Im Gegenteil, der Favorit sei am «Super Tuesday» eher in die Defensive geraten.

Das Rennen ist noch nicht vorbei

Am Schluss zählen aber nur die Delegiertenstimmen – nicht die Siege in den Staaten. Das Prinzip «The Winner Takes it All» gilt nicht mehr. Neu werden die Delegiertenstimmen proportional verteilt. Das bedeutet, dass der Sieger in einem Staat die Delegiertenstimmen nach Anteil seiner Wähler erhält. Dieses Verfahren führe dazu, dass der Wahlkampf knapper ausfalle und länger dauere, erklärt SF-Korrespondentin Karin Bauer.

Einschätzungen zum «Super Tuesday». (Tagesschau, 13 Uhr, 07.03.2012)

Der Wahlkampf könnte deshalb, so Bauer, noch bis im Juni dauern. Und, je länger der Kampf dauere, desto besser sei dies für Barack Obama, fügt Honegger hinzu. «Solange sich die Republikaner gegenseitig zerfleischen, liegt der Fokus nicht mehr auf Obama.»

Ralph Sina, ARD-Korrespondent in den USA, zog im «Radio DRS» denselben Schluss. Energie und Geld würden durch den Vorwahlkampf absorbiert. Unter Umständen könne sich der republikanische Kandidat nur zwei Monate auf Barack Obama, den eigentlichen Kontrahenten, konzentrieren. 

Wer liegt vorne?

Republikanische Delegiertenstimmen nach verbliebenen Präsidentschaftsbewerbern – (benötigte Stimmenzahl 1144; Quelle New York Times, Stand 6.6.2012).

Bewerber Stimmen total
Mitt Romney 1398
---------------------- ----
Rick Santorum 267
Newt Gingrich 138
Ron Paul 137

Wie geht es weiter? Soltermann glaubt, dass in den kommenden Monaten alle Kandidaten versuchen werden, möglichst effizient Delegiertenstimmen zu sammeln. Bis jetzt seien noch nicht einmal die Häfte der Stimmen vergeben worden, erklärt Soltermann. Momentan liegt Mitt Romney vorne. Für die Nomination braucht es 1144, und Mitt Romney hat über 400 beisammen.

(sf/koua/zinv)