Inhalt

Wirtschaft

Transocean: 100 Mio. $ Verlust pro Arbeitstag

Montag, 27. Februar 2012, 13:09 Uhr

Ein sehr hoher Abschreiber auf dem Firmenwert stürzt den Ölbohrkonzern Transocean noch tiefer in die roten Zahlen. Für das vierte Quartal 2011 muss das Unternehmen einen Verlust von 6,12 Mrd. Dollar hinnehmen.

Schon im Schlussquartal 2010 musste der Konzern ein Minus von 799 Mio. Dollar ausweisen. Dass jetzt ein Abschreiber auf dem Firmenwert (Goodwill) erfolge, hat Transocean schon vergangene Woche  angekündigt. Nun bezifferte das Unternehmen den Abschreiber auf 5,2 Mrd. Dollar.

Bild Schiff von Transocean verbrennt Gas.
Transocean hat seinen Sitz in der Schweiz. reuters

Risikofaktor «Deepwater Horizon»

Dazu kommt, dass Transocean 1 Mrd. Dollar für das Unglück auf der Ölförderplattform «Deepwater Horizon» zurückstellt, in dessen Folge im Sommer 2010 der Golf von Mexiko und die Küste des US-Staates Louisiana verpestet wurden. Je nachdem, wie Gerichte über die Folgen des Desasters entscheiden, könnte sich dieser Betrag aber noch verändern, teilte der Konzern mit.

Die Transocean-Bohrplattform «Deepwater Horizon», auf welcher der britische BP-Konzern Öl förderte, explodierte am 20. April 2010. Dabei kamen elf Arbeiter ums Leben. Der Ausfluss von Öl konnte erst im Juli 2010 gestoppt werden.

Umsatz gestiegen

Ausser Transocean sind auch BP und der Fördertechnikdienstleister Halliburton im Visier der Justiz. Der Beginn des Prozesses ist um eine Woche verschoben worden. Analysten halten es für möglich, dass sich die Konzerne für ihre Mitverantwortung am Unglück aussergerichtlich einigen werden. 

Der Umsatz des Konzerns stieg zwischen Oktober und Dezember um acht Prozent auf 2,42 Mrd. Dollar. Transocean ist ein Unternehmen mit Wurzeln in den USA, das seinen Sitz in die Schweiz verlegt hat und heute eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht ist.

(sda/fasc)