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Wirtschaft

Schweizer Nachrichtenagentur im Visier der Weko

Donnerstag, 23. Februar 2012, 11:13 Uhr

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat eine Untersuchung gegen die Schweizerische Depeschenagentur AG (SDA) eröffnet. Die SDA soll Konkurrenten behindert und damit ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht haben.

Die Vorabklärung habe Anhaltspunkte dafür ergeben, dass das Preissystem der SDA darauf ausgerichtet gewesen sei, die Konkurrenz zu schwächen und sie aus dem Markt zu drängen, teilt die Weko mit. Markteintritte anderer Nachrichtenagenturen in die Schweiz sollen damit verhindert worden sein. Die Voruntersuchung gegen die SDA wurde am 30. Juli 2010 eröffnet.

Die Weko untersucht nun insbesondere die Umstände, die zur Einstellung der Geschäftstätigkeit der SDA-Konkurrentin AP Schweiz per Februar 2010 geführt haben. In diesem Zusammenhang sind speziell die Rabattpolitik der SDA mit der Gewährung von Exklusivitätsrabatten sowie die Koppelung von Angeboten von Interesse. Ausserdem wird in der Untersuchung geprüft, ob mit dem Preissystem auch Kunden benachteiligt wurden oder werden.

SDA weist Vorwürfe von sich

Die SDA glaubt nicht, mit ihrer Preis- und Rabattpolitik gegen das Kartellgesetz verstossen oder eine allfällige marktbeherrschende Stellung ausgenützt zu haben, da die Kunden über den Verwaltungsrat die Agentur kontrollieren. Die Nachrichtenagentur weist darauf hin, dass die Eröffnung der Untersuchung kein Urteil sei und auch nicht als Indiz für ein tatsächlich unzulässiges Verhalten der SDA gewertet werden dürfe.

Als nationale Nachrichtenagentur im Besitz der Schweizer Medien sei die Gleichbehandlung aller Medien und ein transparentes Tarifsystem wichtig, betont die SDA in ihrer Mitteilung. Dieses müsse unabhängig von der jeweiligen Marktgrösse die Produktion von drei gleichwertigen Diensten in Deutsch, Französisch und Italienisch zu gleichen Preisen ermöglichen.

(sf/sda/godc)