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Wirtschaft

Gewinnrückgang bei Bank Sarasin auch wegen Weissgeld-Stragegie

Donnerstag, 23. Februar 2012, 8:59 Uhr, Aktualisiert 21:19 Uhr

Das Geschäft der Basler Privatbank Sarasin weist im Jahr 2011 deutliche Bremsspuren auf. Der Gewinn schwächte sich im Vorjahresvergleich deutlich ab, und im 2. Semester flossen Kundengelder von der Bank ab. Dies auch wegen der Weissgeld-Strategie der Bank.

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Glaubt nicht an eine Deklarierungspflicht: Sarasin-Chef Joachim Strähle (Tagesschau, 23.02.2012, 19.30)

Die verwalteten Kundenvermögen der Sarasin Gruppe schrumpften auf 96,4 Milliarden Franken, 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Nettoneugeldzufluss entwickelte sich deutlich schwächer als erhofft. Die geht aus der Mitteilung der Basler Privatbank hervor, die im Zusammenhang mit dem abrupten Rückgang von Philipp Hildebrand als Präsident der Schweizerischen Nationalbank vor ein paar Wochen in die Schlagzeilen geraten war.

Bild Die Firmeninschrift über einer Filiale der Bank.
Die Bank Sarasin hat wegen der Weissgeldstrategie weniger Kundengelder. reuters

«Weissgeld-Strategie braucht Mut»

Einem Zufluss von 3,9 Milliarden Franken im 1. Semester stand ein Abfluss von 2,4 Milliarden Franken im 2. Semester gegenüber. Insgesamt verzeichnete die Bank damit über das ganze Jahr einen Zufluss von 1,45 Milliarden Franken an Nettoneugeldern. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch 13,4 Milliarden Franken.

Banken-Professor Manuel Ammann «Banken müssen auf andere Trümpfe setzen.» (Tagesschau, 23.02.2012, 19.30)

Den Rückgang im 2. Halbjahr führt die Bank auf verschiedene Gründe zurück. Unter anderem habe Sarasin wegen der Umsetzung der Weissgeldstrategie Abflüsse verzeichnet. Ausserdem hätten sich Neukunden zurückhaltend gezeigt wegen der Veränderungen im Aktionariat der Bank Sarasin.

Sarasin hatte die Weissgeldstrategie bereits Mitte 2010 beschlossen und gemäss eigenen Angaben 2011 erstmals der Finanzmarktaufsicht FINMA präsentiert. Diese Strategie brauche «viel Mut», so die Bank.

Neue Besitzverhältnisse

Letzten November wurde bekannt, dass die bisher mehrheitlich von der niederländischen Rabobank gehaltene Privatbank Sarasin von der Safra-Familie übernommen wird. Die Safra Gruppe mit Sitz im brasilianischen Sao Paulo strebt einen Kapitalanteil von 46,1 Prozent und einen Stimmrechtsanteil von 68,6 Prozent an. Die Transaktion werde voraussichtlich Mitte dieses Jahres abgeschlossen, heisst es weiter.

Zulegen konnte Sarasin 2011 im Zinsengeschäft mit einem Plus von 1 Prozent auf 148,9 Millionen Franken. Der Handelsertrag stieg deutlich um 57 Prozent auf 93,8 Millionen Franken. Die Erträge im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gingen um 4 Prozent auf 440,7 Millionen Franken zurück.

Rückläufige Gewinnzahlen

Der Anteil Kunden mit Wohnsitz in den anderen europäischen Ländern liegt bei 37 Prozent. Aus den Wachstumsregionen im Mittleren Osten und in Asien stammen rund 18 Prozent der Kunden. Der Anteil der Kunden aus anderen Regionen sei weiterhin rückläufig und liege noch bei 5 Prozent, heisst es weiter.

Der Bruttogewinn blieb mit 170,4 Millionen Franken 8,1 Prozent unter dem Vorjahr. Unter dem Strich blieb für die Bank ein Gewinn von 112 Millionen Franken. Dieses Konzernergebnis inklusive Minderheitsanteile bedeutet für das Finanzinstitut ein Minus von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

(sda/coro/fasc)