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International

Timoschenko ausserhalb von Gefängnis untersucht

Donnerstag, 23. Februar 2012, 19:13 Uhr

Die erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist erstmals ausserhalb der Haftanstalt in Charkow ärztlich untersucht worden.

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Nach zähem Ringen durfte Timoschenko nun doch Ärzte ausserhalb des Gefängnisses sehen. Zur Stunde sind noch keine genauen Ergebnisse dieser Untersuchung bekannt. 

Deutsche Spezialisten hatten zuvor die Oppositionsführerin als «ernsthaft krank» bezeichnet. Gemäss den Empfehlungen ausländischer Experten seien Röntgen- und MRT-Aufnahmen gemacht worden, teilte der Staatliche Gefängnisdienst der Ex-Sowjetrepublik mit.

Einen Bluttest habe Timoschenko erneut abgelehnt, da sie auf «unabhängigen Ärzte» bestehe, hiess es. Nach der Untersuchung wurde die 51-Jährige zurück in die Zelle gebracht. Das Ergebnis ist vorerst nicht bekannt.

Ärzte belasten Behörden schwer

Kanadische Ärzte, die Timoschenko gemeinsam mit Experten der Berliner Charité im Straflager untersucht hatten, erhoben unterdessen Vorwürfe gegen die ukrainischen Behörden. Ihnen seien eigene Analyse-Instrumente für eine Blutuntersuchung unter Verweis auf ukrainische Gesetze verweigert worden, teilte Teamleiter Peter Kujtan nach Angaben der Zeitung «Ukrainskaja Prawda» mit.

Die Mediziner hätten mit Tests mögliche Vergiftungen untersuchen wollen. Zudem schrieb Kujtan in einer Stellungnahme, er sei besorgt, dass der Patientin «Stoffe» verabreicht würden, die in Kanada verboten seien. Timoschenko war im Oktober 2011 in einem international kritisierten Prozess wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Nach Angaben ihrer Tochter leidet sie unter anderem an einem Bandscheibenvorfall.

In der Haft malträtiert

Die inhaftierte ukrainische Ex- Regierungschefin Julia Timoschenko wird laut der Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Zuzana Roithova, nicht angemessen medizinisch behandelt. Die 51-Jährige bekomme trotz Bandscheiben-Probleme zeitweise keine schmerzstillenden Medikamente und Gehhilfen. Zudem fürchte Timoschenkos Familie, der ehemaligen Regierungschefin könnten in der Haft giftige Substanzen verabreicht werden, sagte Roithova. Weiter sagte sie, der Gesundheitszustand Timoschenkos lege nahe, dass sie während der Haft malträtiert worden sei. Die ehemalige tschechische Gesundheitsministerin, hatte jüngst in Kiew die Krankenakten Timoschenkos einsehen können.

(agenturen/galc)