International
Grosse Gedenkfeier für Opfer der Neonazi-Morde
Die jahrelang unentdeckt gebliebene Neonazi-Mordserie hat in Deutschland Betroffenheit ausgelöst. Nun wird mit einer Gedenkveranstaltung ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wendet sich in ihrer Rede an die Angehörigen und ruft zu mehr Wachsamkeit auf.
- Gedenken an Opfer der Neonazi-Morde
- Neonazi-Morde – die zehn Opfer
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Gut drei Monate nach Aufdeckung der Mordserie von Neonazis wollen Staat und Gesellschaft heute Entschlossenheit im Kampf gegen Rechtsextremisten demonstrieren. In einem Staatsakt in Berlin wird an die Opfer der Verbrechen erinnert. Zeitgleich werden mit bundesweiten Schweigeminuten die zehn Menschen geehrt, die zwischen 2000 bis 2007 von Mitgliedern einer Neonazi-Zelle getötet wurden.
Mehr Wachsamkeit gefordert
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält bei der Gedenkveranstaltung die Hauptrede. Es sei besonders beklemmend, dass jene zu Unrecht unter Verdacht gestanden hätten. «Dafür bitte ich Sie um Verzeihung», sagte Merkel. Die über mehr als zehn Jahre von den Behörden unentdeckten Verbrechen seien «beispiellos für unser Land», fügte sie sichtlich betroffen hinzu. Diese Taten seien «eine Schande für unser Land».
Die Bundesbürger rief die Bundeskanzlerin zu mehr Wachsamkeit gegenüber Rechtsextremismus auf. Intoleranz und Rassismus äusserten sich keinesfalls erst in Gewalt. «Aus Worten können Taten werden», mahnte sie. Den Angehörigen versicherte sie eine lückenlose Aufklärung der Verbrechen. Es gelte alles zu tun, «damit sich so etwas nie wieder wiederholen kann».
Vor den rund 1200 Gästen haben auch zwei Töchter von Ermordeten gesprochen. «Ich habe meinen Vater verloren. Lasst und verhindern, dass das auch anderen Familien passiert», meinte Semiya Simsek. Auf ihren Vater war am 9. September 2000 geschossen worden. Sie litt unter der Belastung, lange mit dem falschen Verdacht leben zu müssen, dass familiäre oder kriminelle Motive hinter der Tat gestanden haben. «Elf Jahre durften wir nicht einmal reinen Gewissens Opfre sein.»
Gamze Kubasik, deren Vater am 4. April 2006 erschossen wurde, sprach von der Hoffnung, «auf eine Zukunft, die von mehr Zusammenhalt geprägt ist».
Kritik und warnende Worte im Vorfeld
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung», die Gedenkfeier müsse «mehr sein als ein Zeichen der Solidarität und Anteilnahme». Er verlangte «ein klares und demonstratives Bekenntnis zum resoluten Einschreiten gegen Rechts», dem konkrete Taten folgen müssten.
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, äusserte sich skeptisch zu der Gedenkfeier. Gegenüber der Tageszeitung «Neues Deutschland» sagt er: «Es ist wichtig, dass man Rassismus verurteilt, aber das reicht nicht aus.» Er vermisse eine klare Strategie der Bundesregierung gegen den gesellschaftlichen Rassismus.
Hintergrund
Opfer der Mordserie in verschiedenen deutschen Grossstädten waren acht türkischstämmige und ein griechischer Kleinunternehmer sowie eine deutsche Polizeibeamtin. Zugeschrieben werden die Verbrechen drei mutmasslichen Rechtsterroristen. Lesen Sie hier mehr
Für die Familien besonders schmerzlich: Vor den Ermittlungen im Zusammenhang mit Fremdenhass galten die ermordeten Männer häufig als Opfer der Mafia oder privater Konflikte.
(dpa/mery/engf)
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T. Berger, Düsseldorf
)
(Noergelpitter
Verfasst am: 24.2.2012 9:07
Erschreckende Kommentare
Die Kommentare hier erschrecken mich und zeigen... [2] mehr
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R. Fauser, Augsburg
)
(Binzottl
Verfasst am: 23.2.2012 20:01
Wieviel Fehde-u. Ehrenmorde
auf das Konto einer verfehlten... mehr
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R. S., A.
)
(aix
Verfasst am: 23.2.2012 16:34
Schweigeminute
Wo bleibt die Schweigeminute für die von... mehr
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