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Megaupload-Gründer auf Kaution frei

Mittwoch, 22. Februar 2012, 1:17 Uhr

Der umstrittene Internet-Unternehmer Kim Dotcom ist nach seiner Festnahme in Neuseeland gegen Kaution wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Wie hoch die Kaution ist, blieb zunächst unklar. Nicht so die Freilassungsbedigungen.

Bei einer Gerichtsanhörung wurde entschieden, dass im Falle des deutsch-finnischen Gründers der früheren Online-Plattform Megaupload keine Fluchtgefahr bestehe.

Bild Kim Dotcom vor Gericht
Der Gründer des Datei-Tausch-Dienstes Megaupload ist nach einem Monat in Haft auf Kaution freigelassen worden. keystone/archiv

«Es macht den Anschein, als habe er allen Grund hierzubleiben, mit seiner Familie zusammen zu sein und darum zu kämpfen, sein erhebliches Vermögen zu behalten», sagte der Richter zu einer Fluchtgefahr des Unternehmers. Die Entscheidung werteten Beobachter als überraschend.

Verhandlung im März

Zu den gegen Dotcom verhängten Auflagen gehört, dass er bis auf weiteres weder das Internet noch Hubschrauber benutzt und sich nicht unangemeldet von seinem Anwesen nördlich von Auckland entfernt.

Die Verhandlung über seine Auslieferung an die USA soll nun am 2. März stattfinden. Drei Mitarbeiter des 38-Jährigen waren schon zuvor gegen Kaution aus der Untersuchungshaft freigekommen, darunter zwei weitere Deutsche.

Vorwürfe zurückgewiesen

Dotcom war am 20. Januar in Neuseeland festgenommen worden. Die US-Behörden werfen den Betreibern von Megaupload vor, illegale Downloads ermöglicht und den Rechteinhabern etwa von Filmen und Musikstücken damit einen Millionenschaden verursacht zu haben.

Die Megaupload-Verantwortlichen weisen die Anschuldigungen zurück. Ihr US-Anwalt bekräftigte im «Wall Street Journal», er sehe gute Chancen, dass sich seine Mandanten vor Gericht durchsetzen.

Neue Erkenntnisse

US-Ermittler werfen ihnen zudem auch vor, Material von anderen Websites wie etwa YouTube kopiert und über Megaupload angeboten zu haben, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, die am letzten Wochenende veröffentlicht wurden.

Ausserdem soll Megaupload nach neuen Erkenntnissen der US-Behörden zuletzt nur rund 66,6 Millionen Nutzer gehabt haben statt der von den Betreibern selbst angegebenen 180 Millionen. Und nur knapp 5,9 Millionen von ihnen hätten jemals Dateien bei Megaupload hochgeladen. Das sehen die Ermittler als weiteres Argument dafür, dass Megaupload kaum für legale Zwecke genutzt worden sei.

(sda/dpa/sf/weis)