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«Costa Concordia»: Bergungsteams finden weitere Leichen

Mittwoch, 22. Februar 2012, 16:01 Uhr

Fast sechs Wochen nach dem Kentern der «Costa Concordia» haben Taucher 8 weitere Leichen im überfluteten Teil des Kreuzfahrtschiffes gefunden. Nach 4 Toten am Vormittag sichteten die Bergungsteams später 4 weitere Leichen.

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Nach einer Überprüfung der Aussagen von Überlebenden zum möglichen Verbleib von Vermissten waren Taucher nach längerer Pause wieder gezielt auf die Suche in dem Wrack gegangen. Alle heute entdeckten Toten befanden sich auf dem vierten Deck des Schiffes, wie italienische Medien unter Berufung auf den Krisenstab berichteten. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg damit auf 25. Insgesamt werden noch 7 weitere Menschen noch vermisst.

Die ersten 3 der am Mittwoch gefundenen Toten – ein Kind, eine Frau und ein Mann – wurden geborgen und nach Grosseto in ein Leichenschauhaus gebracht. Die Bergungsarbeiten mussten danach wegen sich verschlechternder Wetterlage vorübergehend unterbrochen werden.

Unter den Toten soll auch die fünfjährige Italienerin Dayana Arlotti aus Rimini sein, deren Schicksal in Italien viel Anteilnahme gefunden hatte. Sie war zusammen mit ihrem kranken Vater Williams auf der Kreuzfahrt. Dieser ist unter den Vermissten.

Vor drei Wochen hatten die Rettungskräfte die Suche nach Toten im versunkenen Teil des Wracks offiziell eingestellt. Grund dafür sei die Sicherheit der Taucher, die an dem halb untergegangen Wrack arbeiteten, hatte der Chef des Krisenstabes erklärt. Später hielt er aber eine weitere Suche im Wrack doch für möglich.

Weitere Ermittlungen eingeleitet

Gegen den Kapitän Francesco Schettino sowie gegen seinen ersten Offizier, Ciro Ambrosio, wird seit dem Unfall wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. Schettino steht unter Hausarrest.

Die italienische Justiz leitete am Mittwoch Ermittlungen gegen 7 weitere Verantwortliche ein. Ein Sprecher der Reederei Costa Crociere sagte, 4 Mitarbeiter des Schiffspersonals und 3 Angestellte an Land seien vorgeladen worden. Ihnen werden laut italienischen Medienberichten fahrlässige Tötung, das Verursachen eines Schiffbruchs und Versagen bei der Kommunikation mit den Seebehörden vorgeworfen.

Einen ersten Beweissicherungstermin haben die Ermittler für den 3. März angesetzt. Dabei geht es um den Fahrtenschreiber des Schiffes, der Auskunft über den Hergang des Unfalls geben soll.

Ölpest-Risiko kleiner geworden

Das Leeren der Tanks der «Costa Concordia» kommt unterdessen voran. Zwei Drittel der 2380 Kubikmeter Treibstoff, überwiegend gefährliches Schweröl, sind abgepumpt. Damit hat sich die Gefahr einer grösseren Ölpest im toskanischen Archipel verringert.

Das restliche Öl soll in den nächsten Wochen abgepumpt werden. Danach muss die Genueser Reederei einen Plan für den Abtransport des 290 Meter langen Schiffes vorlegen. Offen ist, ob das havarierte Schiff nach dem Aufrichten zerteilt werden muss oder aber an einem Stück abtransportiert werden kann.

(dpa/maiu)

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