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Marseille – hart umkämpftes Pflaster im französischen Wahlkampf
Nicolas Sarkozy startete am Wochenende seinen Wahlkampf in Marseille. Die Stadt gilt als Bastion seiner Partei. Doch auch Marine Le Pens Front National kann aufgrund der Ausländerproblematik Stimmen gut machen. Womöglich könnte es für die Rechtspopulistin allerdings schon zu spät sein.
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Marseille gilt als Tor zum Mittelmeer – aber auch als Hochburg der Kriminalität. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 20 Prozent. Die Marseiller fühlen sich benachteiligt oder vergessen. Ein Bewohnerin beklagt sich gegenüber der «Tagesschau»: «Man hat uns gesagt, dass wir mehr arbeiten sollen, aber auch mehr verdienen werden.» Doch die Situation sehe nun so aus, dass sie zwar mehr arbeiten, aber aufgrund der Teuerung weniger verdienen. Ein Fischer ergänzt: «Nicolas Sarkozy hat nicht viel für uns getan.»
Das will Sarkozy nun ändern, wie er beim Wahlkampfauftakt in Marseille vom Wochenende versprach. Er wolle kein Präsident der Elite sein, sondern einer des Volkes. Mit Referenden möchte er die Bürger über die Rechte und Pflichten der Arbeitslosen und die Einwanderung abstimmen lassen.
Front National als Ausweg
Einwanderung ist auch das zentrale Thema der rechtspopulistischen Partei Front National. Sie will den Ausländerstrom stoppen. Genau dieses radikale Programm scheint für viele Marseiller – selbst ehemalige Einwanderer – der einzige Ausweg, um die dortigen Probleme in den Griff zu bekommen, mutmasste der Marseiller Soziologe Jean Viard jüngst in einem Interview.
Daher konnte der Front National bei den Kantonalwahlen im März vergangenen Jahres auch grosse Erfolge verbuchen: In Marseille erreichte sie 40 Prozent der Stimmen, landesweit wurde sie zur drittstärksten Partei – hinter den Sozialisten und Nicolas Sarkozys UMP.
Jähes Ende für Marine Le Pen?
Allerdings könnte für Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin des Front National, trotz der Erfolge der Wahlkampf schneller vorbei sein, als ihr lieb ist. Le Pen scheiterte am Dienstag mit einer Beschwerde gegen das geltende Wahlrecht. Der Verfassungsrat in Paris befand einen von ihr bemängelten Gesetzestext für zulässig. Dieser schreibt vor, dass die für eine Präsidentschaftskandidatur benötigte Unterstützerliste öffentlich gemacht werden muss. Mindestens 500 Mandatsträger müssen dort unterzeichnen. Derzeit hat Le Pen 430 Befürworter.
Bis Mitte März hat sie Zeit, die restlichen 70 Unterschriften zu sammeln. Gelingt ihr das nicht, ist ihre Kandidatur beendet. Le Pen befürchtet, dass wegen der Veröffentlichungspflicht viele Mandatsträger auf eine Unterschrift verzichten, namentlich nicht genannt werden möchten. Unterdessen hat sich die ehemalige Schauspielerin und Tierschutz-Aktivistin für Le Pen stark gemacht und fordert Frankreichs Bürgermeister auf, die Rechtspopulistin zu unterstützen.
Wird Le Pen ausgeschlossen, werden wohl Sarkozy und sein Herausforderer Francçois Hollande die Wahl unter sich ausmachen. Am 22. April findet der erste Wahlgang statt – mit diesen Kandidaten:
(agenturen/mery)
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M. Böhmer, Berlin
)
(ziviler_ungehorsam
Verfasst am: 26.2.2012 14:18
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