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Krise im Euro-Land

Athen erzwingt Schuldenerlass per Gesetz

Mittwoch, 22. Februar 2012, 11:14 Uhr, Aktualisiert 14:39 Uhr

Griechenland will private Gläubiger per Gesetz zum Forderungsverzicht zwingen kann. Athen reagiert so auf Spekulationen, dass sich Hedge-Fonds weigern könnten, am Schuldenschnitt mitzumachen. Derweil hat Fitch das Land auf die schlechteste Note abgewertet.

Bild Sich überlagernde Flaggen von Griechenland und der EU
Das System des Schuldenschnitts: Wenn mehr als 90 % der privaten Gläubiger ihre Staatsanleihen gegen neue umtauschen, müssen auch alle anderen mitmachen. reuters

Konkret sieht das Gesetz vor, dass private Gläubiger zum Forderungsverzicht gezwungen werden können, falls die Beteiligung am freiwilligen Schuldenschnitt zu niedrig ausfallen sollte. Es soll am Donnerstag vom Parlament verabschiedet werden.

Mehrheit zwingt Minderheit

Damit will die griechische Regierung unter Lucas Papademos damit sicherstellen, dass sich mehr als 90 Prozent der privaten Gläubiger am Umtausch alter zu neuen Staatsanleihen beteiligen. Nur dann kommt die angestrebte Schuldenentlastung von 107 Milliarden Euro.

Diese «Zwangs»-Klausel beinhaltet die so genannten Collective Action Clauses. Diese bewirken, dass eine Mehrheit der Gläubiger alle anderen zur Teilnahme an einer Umschuldung zwingen könnte.

Das wiederum löst Zahlungen an diejenigen aus, die Kreditausfallversicherungen (CDS) erworben haben, um sich gegen einen Ausfall abzusichern. Allerdings ist das CDS-Volumen bezogen auf griechische Staatsanleihen mit rund 2,5 Milliarden Euro mittlerweile überschaubar.

Schlechteste Kreditwürdigkeits-Note

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf die schlechteste Note vor einem Kreditausfall gesenkt. Die Bonität wurde um zwei Stufen auf «C». abgestuft.

Hintergrund der Herabstufung ist der anvisierte Forderungsverzicht privater Gläubiger bei der Umschuldung Griechenlands. Fitch kündigte an, den von Griechenland angestrebten Anleihentausch als «teilweisen Kreditausfall» zu werten.

EZB umgeht Zwangsgesetz

Als öffentlicher Gläubiger soll auch die Europäische Zentralbank (EZB) einen Beitrag zur Entschuldung leisten und künftige Gewinne aus ihren Beständen griechischer Staatsanleihen an die Mitgliedstaaten ausschütten. Diese können das Geld an Griechenland weitergeben – wie genau, ist noch offen.

Die EZB hat ihre alten griechischen Staatsanleihen im Nennwert von schätzungsweise 50 Milliarden Euro vorsorglich bereits in neue getauscht – mit den identischen Konditionen, aber einer neuen Wertpapiernummer. Damit verhindert die Notenbank, dass sie von den neuen Vertragsklauseln betroffen ist. Denn die beziehen sich nur auf die alten Papiere.

(agenturen/fref)

Kommentare aktiv...

H. anni, zürich
(shadow_queen Frau)
Verfasst am: 22.2.2012 15:51

Mit dem nötigen Insiderwissen

Tja, wenn man im Voraus wusste, was kommt, dann... mehr

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J. Knecht, Bangkok
(knechtjosef Mann)
Verfasst am: 22.2.2012 11:32

Gut gemeint aber unwichtig

Griechenland hat sich auf den Pfad, der vom IMF... mehr

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