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«Früher waren die Griechen fröhliche Menschen»
Griechenland ist vor dem Staatsbankrott gerettet – sagen die Politiker. Doch die Griechen selber können sich darüber kaum freuen. Nach zwei harten Jahren in einer Rezession stehen weitere schmerzhafte Einschnitte an. Die freie Journalistin Rodothea Seralidou sieht aber auch Chancen für das Land.
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«Früher waren die Griechen fröhliche Menschen. Heute haben die Leute keine Hoffnung mehr, sie sind pessimistisch», erzählt Rodothea Seralidou, freie Journalistin des Westdeutschen Rundfunks in Athen.

Rodothea Seralidou
1979 in Düsseldorf geboren
1997-2002 Studium der Rechtswissenschaft an der Universität, Athen
2005-2009 Medien- und Kulturwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf
Persönlich wünsche sie sich, dass die Krise schnell überstanden sei, die Griechen wieder vorwärts blicken können und vor allem die Rezession zu Ende gehe. «Doch es sieht nicht rosig aus», so Seralidou.
Regierung bremst Eigeninitiative
Nachdem nun das zweite Hilfspaket für Griechenland gesprochen wurde, ist die Regierung daran, das Umschuldungsverfahren auszuarbeiten. Löhne, Renten und Arbeitslosengelder werden nochmals gekürzt und Steuern erhöht.
Konkret heisst das: Der Mindestlohn soll von 700 Euro auf etwa 550 Euro sinken. Das ist eine Pauschale, die für alle gilt, egal, wie viel man vorher verdient hat. Wer seinen Job verliert, erhält noch knapp 400 Euro im Monat. Zum Vergleich: Eine einfache Einzimmerwohnung in Athen kostet etwa 300 Euro.
Rodothea Seralidou findet, dass die Regierung andere Massnahmen ergreifen müsste. «Es müssten Arbeitsplätze geschaffen und auch bürokratische Hürden endlich abgeschafft werden.»
Wer beispielsweise Ideen für ein eigenes Unternehmen habe, brauche einen langen Atem. «Wer eine Firma gründen will, muss mehr als 6 Monaten warten, bis er alle bürokratischen Hürden nehmen kann, um endlich loszulegen.» Dies bremse natürlich auch die Eigeninitiative.
Und fügt an: «Dann bringt es auch nichts, wenn die Regierung die Mehrwertsteuer erhöht. Denn wenn die Geschäfte eingehen, bleibt auch nichts für den Staat – eine höhere Steuer nützt gar nichts.»
Alle haben Schulden im Nacken
Wären die Griechen selber schuldenfrei, könnte die Krise geschultert werden, ist Seralidou überzeugt. Doch hier drückt der griechische Schuh am meisten.
«In Griechenland haben alle Familien auf Pump gelebt. Kredite waren normal. Und nun, da die Einkommen kleiner oder gar nicht mehr da sind, haben alle Probleme», so die Journalistin. «Es gab für alles Kredite: Für Weihnachten, für Ferien. Auch Kreditkarten landeten gratis im Briefkasten. Die Banken haben intensiv Werbung dafür gemacht.» So ist aus der einstigen Agrargesellschaft eine Konsumgesellschaft geworden.
Neuer Trend Landleben
Wegen der Krise bewegt sich allerdings in der Gesellschaft etwas. Während vorher viele in den Städten leben wollten, ziehen heute viele wieder auf’s Land – eine regelrechte Landflucht ist im Gange. In den Sommermonaten arbeiten die Leute in der Tourismusbranche und danach beschäftigen sie sich mit Landwirtschaft. «Ich sehe dies als Chance für Griechenland», so Seralidou.
Auf dem Land sei die Lage entspannter, viele hätten eben einen Garten oder Tiere, da werde zwischen Nachbarn auch Gemüse gegen Eier getauscht.
Und die Krise scheint auch Probleme zu lösen, die vorher nicht lösbar gewesen seien, so die Journalistin. «Da das Benzin sehr viel teurer geworden ist, können sich viele kein Auto mehr leisten. Das merkt man beim Verkehr. Natürlich ist dies für den, der nun mit dem Bus durch die Stadt fahren muss, mühsam. Für jene, die sich ihr Auto aber noch leisten können, ist aber es positiv.»
Was Seralidou auch positiv sieht, ist das grössere politische Engagement der Leute. Von den anstehenden Wahlen im Frühling erhoffen sich viele Griechen einen grundsätzlichen Systemwechsel. Man wolle nicht mehr von der einen oder anderen Partei geführt werden, sondern von vielen verschiedenen Parteien. Die Enttäuschung über die Politiker der vergangenen Jahre sei gross.
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M. Roe, Gwatt
)
(rmr
Verfasst am: 29.2.2012 10:49
Griechenland sollte nun loslassen!
Die griechen müssen so oder so einen Neuanfang... mehr
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P. Perrenoud, Bern
)
(Linguiste
Verfasst am: 24.2.2012 9:42
Linguiste
Auch die Türken sind fröhliche und freundliche... mehr
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H. Bernoulli, Zürich
)
(hbernoulli
Verfasst am: 23.2.2012 16:02
Leben auf Pump
Das macht die ganze Welt, das ist DAS... mehr
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