International
Friedensnobelpreisträgerin: «Frauen sind gefährlich für Regime»
Jemen hat einen neuen Präsidenten gewählt. Der Machtwechsel kam nur wegen des massiven Drucks der Strasse zustande. Als Mutter der Revolution gilt die 33jährige Tawakul Karman. Die «Rundschau» zeigt die Friedensnobelpreisträgerin im Porträt.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Monatelang harrte die Journalistin, Menschenrechtlerin und Mutter dreier Kinder in einem Zelt inmitten tausender Protestierender auf dem Platz des Wandels in Jemens Hauptstadt Sana’a aus. Ihr Ziel: Der Sturz des autokratischen Langzeitpräsidenten Saleh. Für ihr Engagement wurde die 33Jährige mit dem Friedensnobelpreis geehrt, als erste arabische Frau.
«Wir kommen nicht hoch»
Im Gespräch mit der «Rundschau» betont die Menschenrechtlerin ihren Einsatz für die Frauen Jemens : «In der Vergangenheit wurden die Frauen aufgrund von Traditionen und ungerechter Richtersprüche zuhause eingesperrt. Diese Ungerechtigkeiten wurden vom Regime unterstützt, denn Saleh wusste, dass ihm die Frauen gefährlich werden konnten.»
Die Revolution gibt Jemens Frauen neue Hoffnung. Bisher waren sie aus dem öffentlichen Leben quasi verbannt. Nur wenige schafften es, leitende Positionen einzunehmen. Eine von ihnen ist die Chefredakteurin der Yemen Times, Nadia Al-Sakkaf. «Es gibt da so etwas wie eine Decke aus Glas. Wir sehen, was oben ist, aber wir kommen nicht hoch», sagt sie.
Mehr Freiheit für Frauen
Das soll sich nun ändern. Die Frauen haben die Revolution mit zum Erfolg getragen. Nun wollen sie sich nicht mehr in die Häuser einsperren lassen, sagt die Frauenrechtlerin. «Wir Frauen haben gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Der neue Jemen erwartet jetzt, dass wir auch im Parlament und in den Parteien vertreten sind. In Zukunft werden auch wir politisch eine wichtige Rolle spielen.»
Nobelpreisträgerin Takwakul Karmans Ehemann stellt sich öffentlich hinter seine erfolgreiche Frau. «Das ist viel besser, als wenn zum Beispiel ich den Friedensnobelpreis erhalten hätte. Sie ist die Stütze der Revolution. Und sie hat diese Ehrung wirklich verdient.»
Wenig später badet sie während ihres öffentlichen Auftrittes im Jubel Tausender Männer. Sie will ein Umdenken bewirken in einem der konservativsten Länder der Welt. Mehr Freiheit für Jemen. Und mehr Freiheit für die Frauen. «Ich habe keine Angst vor der Zukunft», sagt sie, «bald werden Sie sehen, dass dieses Volk ein Beispiel für andere sein wird.»
Meldungen im Tagesverlauf
- Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
- Im Glück: Donghua Li zeigt erstmals sein Baby
- Hitzfeld: «Nochmals an die Leistungsgrenze gehen»
- Annan pocht in Syrien auf «mutige Schritte»
- Vier Kandidaten wollen oberster Bauer werden
- Andrei Arschawin: Heimkehr als Erfolgsrezept?
- Zum Thronjubiläum: William zeigt sein Lieblingsbild mit der Oma
- Italiens EURO-Starter bekannt, Testspiel abgesagt
- Steuerabkommen dürften im Parlament durchkommen
- Ein Wechsel im irischen Kader
- Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
- Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
- Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Frankreich verzichtet für EURO auf Gourcuff
- Bald-Papa Robbie Williams: Für seine Kleine macht er sich fit


Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Annan pocht in Syrien auf «mutige Schritte»
Vier Kandidaten wollen oberster Bauer werden
Steuerabkommen dürften im Parlament durchkommen
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Afghanistan: Gasangriffe sollen Mädchen vom Schulbesuch abhalten
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
SP könnte Steuerabkommen kippen

















