Schweiz
Junge bangen um Pensionskassenrente
Immer wieder sorgen Pensionskassen für Negativschlagzeilen. Das führt dazu, dass sich viele Junge fragen, ob sie später noch Geld aus der beruflichen Vorsorge erhalten oder nicht. Doch steht es wirklich so schlimm? «10vor10» ist der Frage nachgegangen.
Die Sorge kommt nicht von ungefähr. Viele junge Arbeitnehmende müssen sich heutzutage an Sanierungsmassnahmen für ihre Pensionskasse beteiligen, weil diese in Unterdeckung ist. Das heisst, theoretisch nicht mehr in der Lage wäre, alle Ansprüche ihrer Versicherten auf einen Schlag zu erfüllen.
Eine, die sich deswegen Sorgen macht, ist Ramona Hämmerli, Buschauffeuse aus Glarus: «Die Befürchtungen sind da, dass wir gar nichts mehr haben werden. Dass wir jetzt wohl einzahlen, aber später nicht mehr profitieren können von dem».
Experten uneins
Der Pensionskassenexperte Werner Hertzog kann solche Sorgen gut verstehen. Auch er ist der Meinung, dass das System nicht mehr im Lot ist: «Es sind heute Leistungsversprechen da, die zu grosszügig sind», sagt er.
Das Problem sei, dass seit Jahren bei den Pensionskassen mehr rausgehe als reinkomme. Hertzog ist überzeugt: «Wenn man nichts macht, dann gibt es ganz wesentliche Leistungseinbussen bei den Jungen. Sie werden vielleicht noch die Hälfte von dem bekommen, was die heutigen Rentner haben.»
Doris Bianchi, beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund zuständig für Sozialversicherungen, sieht das anders. Das Pensionskassengeschäft sei langfristig anzusehen. «Wenn die Renditen heute nicht so hoch sind, heisst das nicht, dass sie in zehn Jahren gleich tief sind.» Man könne davon ausgehen, dass die Renditen wieder steigen würden und die Renten in Zukunft sicher seien.
Mindestumwandlungssatz diskutiert
Ende Dezember 2011 hat das Eidgenössische Departement des Innern einen Bericht zur Zukunft der 2. Säule vorgelegt und eine Anhörung dazu eröffnet. Der Bericht enthält eine umfassende Problemanalyse und Lösungsansätze zu den verschiedenen Reformpunkten.
Im Zentrum steht der Mindestumwandlungssatz, also die Frage, wie viel künftige Rentner jährlich von ihrer Pensionskasse ausbezahlt bekommen sollen. Der Tenor ist, dass dieser Satz herunter muss. Die Anhörungsfrist läuft am 30 April aus. Der Bundesrat wird den Bericht dann bereinigen und mit konkreten Reformvorschlägen im Sinne einer Reformagenda dem Parlament vorlegen.
(sf/sahli)






