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Vor 50 Jahren: Amerikaner umkreist Erde

Montag, 20. Februar 2012, 13:15 Uhr, Aktualisiert 15:08 Uhr

1962 schickte die US-Raumfahrtbehörde Nasa den Astronauten John Glenn auf die bis dahin wichtigste Reise ins All. Als er nach 296 Minuten sicher landete, war er der erste Amerikaner, der die Erde umrundet hatte.

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John Glenns Flug vom Start bis zur Konfetti-Parade in New York. (Originalkommentar)

Er war für die USA ein grosser politischer Triumph im Kalten Krieg. Seht her, lautete die Botschaft an die Sowjets, wir werden Euch bald überholen. Dabei war der Flug alles andere als reibungslos verlaufen. Der Start sowie der Eintritt in die Umlaufbahn klappten zwar plangemäss und nach knapp 90 Minuten hatte Glenn die erste Erdumrundung gemeistert – doch das automatische Steuersystem wollte nicht recht mitspielen. Glenn musste auf Handsteuerung umschalten.

Seine Erfahrung beschrieb der ehemalige Marineflieger und studierte Mathematiker danach in für ihn typisch nüchterner Weise: «Es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass ich in Folge der Schwerelosigkeit an Schaltern vorbeigreifen würde». Dramatisch wurde es bei der Landung: Das Bremsgerät löste sich vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre nicht. Am Fenster der «Mercury»-Kapsel rasten glühende Trümmerstücke vorbei. Doch ihr Hitzeschild hielt, die Katastrophe blieb aus.

John Glenn spricht über das Training der Wasserlandung, die Trägerrakete und die Schwierigkeiten während des Fluges. (O-Ton)

Glenn wurde nach seiner Rückkehr landesweit mit Konfettiparaden gefeiert. Präsident John F. Kennedy, der seinen Landsleuten die Mondlandung bis Ende des Jahrzehnts versprach, empfing den damaligen Oberstleutnant mit Pauken und Trompeten. Sein Flug war mehr als der geglückte Test eines Raumschiffes, mehr als ein Beweis, dass Menschen mit der Schwerelosigkeit klarkommen.

Daten zur bemannten Raumfahrt

Am 4. Oktober 1957 schoss die damalige Sowjetunion den ersten Satelliten ins All. Der Sputnik wog über 80 Kilo und sendete Funksignale zur Erde. Allerdings blieb der Satellit nur drei Wochen in Betrieb – dann versagten seine Batterien.

Der zweite Sputnik wird am 3. November 1957 ins Weltall geschickt und mit ihm das erste Lebewesen: die Hündin Laika.

Der erste Mensch im All war der 27-jährige Juri Gagarin. Am 12. April 1961 startete er mit seinem Raumschiff ins Weltall. Gagarin blieb 108 Minuten und umrundete dabei einmal die Erde.
Am 5. Mai 1961, gelingt den USA der erste suborbitale Flug. Alan Shepard fliegt für 16 Minuten – gelangt aber nicht ins All und umkreist auch nicht die Erde.

Glenn sicherte sich aber nicht nur mit diesem Flug einen Ehrenplatz in der US-Raumfahrtgeschichte. Am 29. Oktober 1998 startete er als ältester Astronaut mit dem Space Shuttle «Discovery» zu einem neuntägigen Weltraumeinsatz. Damals war er 77 Jahre alt – ein Altersrekord, der bis heute Bestand hat.

Glenn ist ein amerikanischer Held. (Tagesschau, 20.02.2012, 12.45)

Mahnender Zeigefinger und Obama-Kritik

Von 1974 bis 1999 sass Glenn im US-Senat und vertrat dort die Interessen des Bundesstaates Ohio. Noch heute ist er eine gewichtige Stimme, wenn es um Raumfahrt geht. Die ersatzlose Ausmusterung der Space-Shuttle-Flotte kritisiert er ebenso wie die Sparmanöver von US-Präsident Barack Obama. Das Land laufe Gefahr, in der Raumfahrt von Ländern wie China oder Indien abgehängt zu werden, warnt Glenn.

«Die meisten Menschen denken beim Weltall an Reisen zum Mars oder Mond. Aber der Zweck ist nicht nur, Menschen dahin zu schicken, am Leben zu halten und wieder zurückzubringen. Es ist auch die Grundlagenforschung dort draussen, die den Menschen hier auf der Erde dient.»

(dpa/maiu)

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