Schweiz
Experte: «SP hatte nicht die Kraft, den Konflikt zu bereinigen»
Nach der Nichtwahl von Jacqueline Fehr zur Fraktionspräsidentin kocht es innerhalb der SP. Die Juso äussert scharfe Kritik. Der Knatsch zeigt gemäss dem Politologen Michael Hermann, dass es innerhalb der SP mehr Konfliktlinien gibt, als die Partei gegen aussen eingesteht.
- Knatsch in der SP
- Stunk in der SP: Juso attackieren Tschümperlin
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«Offenbar gibt es innerhalb der SP sehr unterschiedliche persönliche Konflikte», urteilt Michael Hermann nach der überraschenden Nichtwahl von Jacqueline Fehr zur Fraktionspräsidentin. Dies stehe ganz im Gegensatz zu dem, was die Partei gegen aussen vorgebe: nämlich interne Geschlossenheit.

Die Wahl des Schwyzers Andy Tschümperlin verweise aber noch auf einen weiteren Umstand, so der Politologe. Vor allem das knappe Resultat lasse den Schluss zu, dass die SP-Fraktion «nicht die Kraft hatte, den bekannten Konflikt um Fehr vorgängig zu bereinigen».
Die SP hatte im Vorfeld der Wahl stets betont, dass Fehr als Favoritin gelte – obwohl sehr wohl bekannt war, dass sie intern nicht bei allen gut ankommt. Hätte man dieser Tatsache Rechnung getragen, hätte der jetzige Unmut in der Partei vermieden werden können, glaubt Hermann.
Kritik innerhalb der SP an Fehr
Unmittelbar nach ihrer Nichtwahl war Jacqueline Fehr ihre Enttäuschung deutlich anzusehen. Einen Tag später reagiert sie jedoch gefasst.
Ihre Stellungnahme – auch zu Kritik an ihrer Personen hinter vorgehaltener Hand – lesen Sie hier…
Fehr habe sich insbesondere seit ihrer Niederlage bei der Bundesratswahl für einen dezidiert linken Kurs eingesetzt, so Hermann weiter. Von daher habe ihre Nichtwahl durchaus auch eine politische Dimension, urteilt Hermann.
Nicht erstaunlich sei, mit welcher Schärfe die Juso reagiert habe. «Jacqueline Fehr hatte sich zuletzt eng an die Juso angelehnt.» Die Zürcher Nationalrätin gelte als Fürsprecherin der Juso.
An einen regelrechten Streit innerhalb der Partei glaubt Hermann allerdings nicht. «Bei der SP gab es immer wieder solche Dramen – zuletzt im Kanton Zürich, als die Bisherige Anita Thanai von der Nationalratsliste gedrängt wurde.»
Juso schiesst auf eigene Fraktion
Die Juso hat in einem offenen Brief «irritiert und enttäuscht über den Entscheid bezüglich Fraktionspräsidium» reagiert. Sie glaubt, dass die Bundeshausfraktion gegen Jacqueline Fehr entschieden habe, weil sie «keine starke, linke Führung wünscht, um sich weniger der Partei und mehr euren eigenen Interessen widmen zu können».
Mehr zum Druck der Juso und den Reaktionen von Andy Tschümperlin lesen Sie hier…
Womöglich werde bei der SP das Persönliche und das Politische eher vermischt als bei den hierarchischer eingestellten Bürgerlichen. Allerdings seien bei der SVP im Zusammenhang mit dem Fall Rickli ebenfalls die Emotionen hochgegangen.
Beim Hick-Hack nach Tschümperlins Wahl und Fehrs Nichtwahl handelt es sich nach Ansicht von Michael Hermmann nicht in erster Linie um einen politischen, sondern vor allem um einen persönlichen Konflikt.

Wer ist Michael Hermann
Michael Hermann arbeitet beim Institut für Politische Geografie an der Universität Zürich. Er hat langjährige Erfahrungen als Universitätsdozent und als Kommentator eidgenössischer Politik.
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R. Anderegg
)
(fb_100002325464633
Verfasst am: 21.2.2012 0:02
Ursula Koch
Was ist eigentlich nur mit der Ex-SP Chefin... mehr
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S. Pfister, Zürich
)
(iota
Verfasst am: 20.2.2012 12:43
Herr Münger
Ein Amtsträger wird für eine Amtsperiode... [1] mehr
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K. Räschter, Schweiz
)
(-
Verfasst am: 20.2.2012 12:24
die JUSO hat gar nichts zu stänkern
Gerade die JUSO hat hier gar nichts zu stänkern.... [1] mehr
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