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Sarkozy: Reformwille und die «Suche nach Wahrheit beim Gegner»
Der konservative französische Präsident Nicolas Sarkozy hat seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande Doppelzüngigkeit vorgeworfen. Dieser versuche einen Spagat zwischen «Thatcher und Mitterand». Im Fall einer Wiederwahl will Sarkozy mehr politische Vielfalt im Parlament.
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Dies im Rahmen seines ersten grossen Wahlkampfauftritts vor tausenden Anhängern in Marseille. Sarkozy vermied es, seinen Gegner beim Namen zu nennen. «Wo bleibt die Wahrheit, wenn man alles und zugleich das Gegenteil davon sagt?», fragte der Präsident.
Mehrheitswahlrecht ergänzen
Hollande habe versucht, «in London Thatcher und in Paris Mitterrand» zu sein, sagte Sarkozy in Anspielung auf die frühere konservative britische Regierungschefin Margaret Thatcher und den früheren sozialistischen französischen Präsidenten François Mitterrand, deren wirtschaftspolitische Grundüberzeugungen unvereinbar waren.
Vor einem riesigen Poster mit dem Motto «Ein starkes Frankreich» versuchte Sarkozy seine Anhänger für den mehrwöchigen Wahlkampf zu mobilisieren. Der erste Wahlgang der Präsidentenwahl findet am 22. April statt.
Sarkozy will sich im Fall einer Wiederwahl für mehr politische Vielfalt im Parlament einsetzen. Er sei vorstellbar, das umstrittene Mehrheitswahlrecht durch Elemente des Verhältniswahlrechts zu ergänzen, sagte er. Eine solche Reform könne dafür sorgen, dass künftig alle grossen politischen Strömungen im Parlament vertreten seien.
Prominente Wahlkampfsprecherin
Sarkozy muss nicht nur mit den guten Umfragewerten Hollandes zurecht kommen, sondern auch mit Sympathien in seiner Anhängerschaft für die Positionen der Kandidatin Marine Le Pen vom Front National. Le Pen wolle «die Ausländer rauswerfen - da bin ich nicht dagegen», sagte eine Anhängerin Sarkozys in Marseille. Aber die rechtsextreme Politikerin wolle «aus dem Euro raus - das geht zu weit».
An dem Wahlkampf-Termin in Marseille nahm auch Sarkozys Frau Carla Bruni-Sarkozy teil. Zu den Gästen im Saal zählte ausserdem Premierminister François Fillon.
Am Samstag hatte Sarkozy seine Pariser Wahlkampfzentrale eröffnet. Sie liegt im Südwesten der Hauptstadt und damit zwischen seinem Wohnsitz und dem Elysée-Palast. So könne er dort am Morgen auf dem Weg zur Arbeit vorbeischauen, sagte Sarkozy.
Sarkozy bestätigte ausserdem die Ernennung der bisherigen Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet zu seiner Wahlkampfsprecherin. Sie werde in wenigen Tagen die Regierung verlassen, kündigte er an. Das Umweltministerium werde dem Premierminister unterstellt.
(sda/fasc)
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