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Schweiz

Fehr: «Vorwürfe aus der SP kommen nur anonym»

Samstag, 18. Februar 2012, 16:28 Uhr

Jacqueline Fehr war Favoritin für das SP-Fraktionspräsidium. Gewählt wurde mit 27:25 Stimmen aber Andy Tschümperlin. Vorwürfe, ihre Umgangsformen hätten sie den Wahlsieg gekostet, prallen auch nach der verlorenen Wahl an Fehr ab.

«Herr Tschümperlin hatte mehr Stimmen als ich, und das ist auch o.k. so», sagte Fehr gegenüber der «Tagesschau». «Ich hatte einen stärkeren Führungsanspruch, Herr Tschümperlin ist eher Moderator.»

SP: Tschümperlins Wahl als Denkzettel für Fehr

«Ich bleibe im Nationalrat»

Aus SP-Kreisen war bekannt geworden, dass Fehr bei der Anhörung sich schon wie die sichere Siegerin gewähnt habe. Tschümperlins Auftreten sei «schlicht desaströs» gewesen, wie Fraktionsmitglieder dem «Tages-Anzeiger» berichteten. Trotzdem wurde er gewählt, weil mit Fehr schon «fast jeder ein negatives Erlebnis hatte».

«Politik ist meine Leidenschaft.»
Jacqueline Fehr

Selbst Fehr schliesst nicht aus, dass ihre Nicht-Wahl auch ein «Begleichen alter Rechnungen» gewesen sei. Vorwürfe an ihrem Politstil will Fehr nicht gelten lassen. Sie habe Mehrheiten auch über Fraktionsgrenzen hinweg gefunden, um in der Vergangenheit ihre Anliegen durchzubringen. «Vorwürfe, ich sei berechnend, sind haltlos.» Zudem würden solche Kritiken meist anonym geäussert.

«Politik ist meine Leidenschaft, ich bleibe im Nationalrat», so Fehr weiter. Sie werde sich nun vermehrt wieder der Sachpolitik widmen, und weiter Interessen der Partei vertreten.

Tschümperlin setzt sich durch

Andy Tschümperlin, Schwyzer Nationalrat und bisheriger Vizepräsident der SP-Bundeshausfraktion (49), übernimmt ab der kommenden Frühjahrssession die Leitung der SP-Bundeshaus-Fraktion. Mehr dazu lesen Sie hier.

(sf/fasc)