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Steuerabkommen mit Berlin alles andere als sicher

Donnerstag, 16. Februar 2012, 17:09 Uhr

Im März besprechen die deutschen Bundesländer mit der Regierung Merkel nochmals das Steuerabkommen mit der Schweiz. Wann das umstrittene Abkommen rechtskräftig und verbindlich sein soll, ist noch unklar. Ein endgültiges Scheitern wird derzeit nicht ausgeschlossen.

Bild Eveline Widmer-Schlumpf und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäubel schütteln sich nach der Unterzeichnung des Steuerabkommens im Herbst 2011. (keystone / archiv)
Bei der Unterzeichnung des Steuerabkommens im Herbst 2011 schien noch alles klar. keystone / archiv

Die Ratifizierung des Abkommens könnte in der Länderkammer scheitern. Die SPD-geführten Bundesländer, die gegen das Abkommen sind, hatten am Vortag über ihr weiteres Vorgehen gesprochen. Details dazu wurden nicht bekannt.

Klare Forderungen

Schon zu Beginn der Woche forderte der nordrhein-westfälische SPD-Finanzminister Norbert Walter-Borjans aber im Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», nicht deklarierte Vermögen von Deutschen in der Schweiz müssten deutlich höher besteuert werden.

Auch sollten die Schweizer Banken einen viel höheren Abschlag bezahlen. Mindestens fünf Milliarden Euro seien «alles andere als ein abwegiger Abschlag für die 130 bis 160 Milliarden Euro, die unseren Schätzungen zufolge schwarz in der Schweiz liegen».

Scheitern wird in Kauf genommen

Der baden-württembergische SPD-Finanzminister Nils Schmid hatte Ende Januar ein endgültiges Scheitern des Steuerabkommens nicht ausgeschlossen. Er hatte in einem Zeitungsinterview gesagt: «Wir sind nicht bereit, in den wichtigen Punkten Abstriche zu machen. Dann gibt es halt kein Abkommen».

Das Steuerabkommen, das im vergangenen Herbst abgeschlossen worden war, muss sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland noch ratifiziert werden – in Deutschland vom Bundestag und der Länderkammer (Bundesrat).

Keine Nachverhandlungen

Angesichts des Widerstands in Deutschland gab es Gespräche der deutschen Regierung mit der Schweiz. Nachverhandlungen gab es aber keine, wie das deutsche Finanzministerium immer wieder betonte.

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hatte das Abkommen am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos noch einmal verteidigt. Es gebe allerdings nicht viel Spielraum – allenfalls bei der Berechnung der durchschnittlichen Zahl der erlaubten Auskunftsgesuche.

Steuerabkommen zwischen Schweiz und Italien

Der Bundesrat sieht eine Chance für ein Steuerabkommen mit Italien. Es soll dem Muster der Abkommen mit Deutschland und Grossbritannien folgen. Dies schreibt er in einer Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss.

Zwar hat Italiens Regierung im Dezember klar gemacht, dass sie kein Steuerabkommen mit der Schweiz abschliessen will. Der Bundesrat hat nun aber offenbar andere Signale erhalten. Montis Regierung prüfe die Möglichkeit eines solchen Abkommens.

Das Steuerabkommen mit Deutschland sieht eine Art Funktionskontrolle vor. Deutsche Steuerämter dürfen innerhalb von zwei Jahren in 999 Fällen auf dem Amtshilfeweg Anfragen starten, um zu prüfen, ob die Steuer wie vorgesehen funktioniert. Die SPD-regierten Bundesländer möchten diese Zahl offenbar erhöhen.

Patt wäre das Aus

Wenn es in Deutschland um die Ratifizierung geht, wird der Bundesrat wohl den Ausschlag geben. Dort hat weder die in Berlin regierende christlich-liberale Koalition noch die Opposition eine Mehrheit.

Es könnte deshalb in der Länderkammer zu einem Patt kommen, was in der Schlussabstimmung eine Ablehnung zur Folge hätte. Wann Bundestag und Bundesrat das Abkommen behandeln, ist noch offen.

Das Abkommen verpflichtet Schweizer Banken, auf das Alt-Vermögen noch nicht entdeckter deutscher Bankkunden einmalig eine pauschale Abgeltungssteuer von 26,4 Prozent an den deutschen Fiskus zu überweisen.

Erträge deutscher Anleger würden künftig mit einer Quellensteuer belegt, die so hoch wie in ihrem Heimatland ist.

Kampf gegen Steueroasen

Vor gut zwei Jahren landete die Schweiz am Pranger der OECD – als Steueroase. Der Aufschrei war gross. Einiges hat sich seither geändert. «Jedes Land muss sehen, wie es an Geld kommt», beschreibt Steuerexperte Hans-Lothar Merten den wachsenden Druck aus dem Ausland. Vor allem für private Steuerhinterzieher werde es ungemütlich. Lesen Sie mehr hier.

(sda/zinv)

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P. Beutler
(fb_1272848439 Mann)
Verfasst am: 17.2.2012 6:36

Hätten die Schweizer Banken nicht

Milliarden Euros von Steuerkriminellen versteckt,... mehr

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J. Term, Zürich
(notax Mann)
Verfasst am: 16.2.2012 21:25

brauchen wir nicht

die Schweiz braucht kein Steuerabkommen auch in... mehr

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