Schweiz
Netzgesellschaft Swissgrid nutzt Gunst der Stunde
An der Schweizer Strombörse wird der Strom wegen der Kälte zeitweise zu fast doppelt so hohen Preisen gehandelt wie an der Deutschen Börse. Der Grund für den Preisunterschied sind die (fehlenden) grenzüberschreitenden Leitungen. Der Netzgesellschaft Swissgrid kommt das nicht nur ungelegen.
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Über die Landesgrenzen ist ein ungehinderter Austausch von Strom nicht möglich, denn auf diesen Stromautobahnen herrscht «Stau». Es hat zu wenig und zu wenig leistungsstarke Leitungen für die freie Fahrt der Energie innerhalb Europas.
Die momentane Situation ist Wasser auf die Mühlen von Swissgrid. Die Netzgesellschaft predigt schon lange, dass die Schweiz neue Hochspannungsleitungen brauche – sowohl grenzüberschreitende als auch solche im Inland. Die Leitungen seien veraltet und im Hinblick auf die Energiewende sei ein Ausbau unumgänglich. Erneuerbare Energien unterliegen wetterbedingt mehr Schwankungen.
Lage verschärft sich
Doch keiner will die ungeliebten Hochspannungsleitungen auf oder in seinem Boden. Viele Projekte sind deshalb blockiert. Die Bewilligungsverfahren für den Leitungsbau dauern laut Swissgrid im Schnitt 9 bis 12 Jahre. Projekte scheitern oft am Widerstand der Betroffenen. Nicht zuletzt deshalb ist das Netz in den letzten 20 Jahren praktisch nicht ausgebaut worden. In der gleichen Zeit hat der Stromverbrauch aber um über 25 Prozent zugenommen.
Für den Bund spitzt sich die Lage offenbar zu: Er prüft derzeit mit dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen und Swissgrid verschiedene Handelsmöglichkeiten bei grosser Stromknappheit. So sollen etwa grosse Stromverbraucher aus dem Netz genommen werden können, sollten diese dem vorher vertraglich zugestimmt haben. Im allerschlimmsten Fall, wenn das Netz zusammenzufallen droht, will man gar ganze Gebiete der Schweiz abstellen.
Weniger Einspracherechte im Gespräch
In den nächsten Jahren müssen 1000 km bestehende Leitungen umgebaut, 300 km neu gebaut werden. Das Ziel des Bundes für 2050 heisst: «Ausbau der Schweiz zur Batterie Europas». Das Bundesamt für Energie (BFE) diskutiert derzeit die Beschränkung der Einsprachemöglichkeiten. Private sollen beispielsweise nur noch rechtlich nicht bindende Einwendungen machen können.
Für Haus- und Bodenbesitzer würde der Netzausbau gravierende Folgen haben. Laut eines Artikels der «SonntagsZeitung» müssten sich diese auf happige Wertminderungen gefasst machen. Studien in Grossbritannien und Kanada zeigen auf, dass sich der Wert von Häusern in der Nähe von Hochspannungsleitungen um 6 bis 17 Prozent reduziert. Seien die Hochspannungsleitungen sichtbar, steige die Verminderung gar auf 20 Prozent.
Leitungen sollen unter den Boden
Nicht nur direkt Betroffene sind von Einschnitten bei den Einsprachemöglichkeiten wenig begeistert. Einwände hat auch Roman Hapka, Stellvertrender Geschäftsleiter der Stiftung für Landschaftsschutz Schweiz. Man könne die Schweiz nicht mit Freileitungen überziehen, so Hapka zu SF Online. Er fordert darum, dass die Leitungen unter den Boden müssen, zum Beispiel entlang der Strassen-und Eisenbahnachsen. Das kostet beim Bau zwar zwei- bis dreimal mehr, «dafür ist der Energieverlust in der Folge kleiner», so Hapka. Nach 60 Jahre wären die Mehrkosten amortisiert.
Swissgrid ist grundsätzlich unvoreingenommen, möchte aber mit Pilotprojekten Erfahrungen sammeln. Derzeit erarbeitet das Bundesamt für Energie die Beurteilungskriterien dazu.Die Machbarkeit und allfällige Mehrkosten sollen fallweise geprüft werden.
(gallch)
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P. Egloff, Wettingen
)
(Egloffo
Verfasst am: 14.2.2012 17:46
Netzausbau
Alle die gegen einen Netzausbau sind, sollte man... mehr
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B. Jorns
)
(fb_1485747744
Verfasst am: 14.2.2012 15:42
@P.Greene; Es wäre unklug, mit einem Atomausstieg auch Mini-Reaktoren auszuschliessen.
Der genutzte Brennstoff (Fussball-Grösse) von... mehr
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P. Greene, Burgdorf
)
(pgre
Verfasst am: 14.2.2012 12:59
Schweiz, die Batterie Europas?
Je mehr wir uns in das EU- Hochspannungsnetz... mehr
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