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International

Chinas künftiger Spitzenmann erstmals in USA

Dienstag, 14. Februar 2012, 11:31 Uhr, Aktualisiert 21:25 Uhr

Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping, der als der künftige starke Mann in der Volksrepublik gilt, ist in den USA zu einem Besuch bei Präsident Obama eingetroffen. Beide Grossmächte sind angespannt, denn es steht viel auf dem Spiel.

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Schon im Vorfeld warnte Xi Jinping «Washington Post», dass es auch weiterhin Spannungen zwischen den USA und China geben wird. «Friktionen und Differenzen in unseren wirtschaftlichen Beziehungen und unseren Handelsbeziehungen sind kaum vermeidbar». Doch sollten diese Hürden angegangen werden, um gegenseitigen Nutzen zu erzielen.

Ausdrücklich verwies er auf dabei auf anhaltenden Streit in Fragen der Urheberrechte und Markenpiraterie sowie auf den Währungsstreit beider Länder. China habe bereits Schritte zur Reform der Wechselkurse unternommen, meinte Chinas designierter Präsident.

USA hat mehrere Kritikpunkte

Die USA beklagen sich schon lange über den schwierigen Zugang zum chinesischen Markt und werfen Peking vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um dadurch Exporte zu erleichtern. Auf schwere Verärgerung stiess in Washington auch, dass China jüngst (gemeinsam mit Russland) durch ein Veto im UN-Sicherheitsrat ein Vorgehen gegen die Gewalt in Syrien verhindert hat.

Der Besuch gilt nicht nur als Höflichkeitsbesuch. (Tagesschau, 14.02.2012, 19.30)

Weiterer Kritikpunkt der USA sind die Menschenrechtsverletzungen. Zudem bereitet der alten Supermacht Pekings militärische Aufrüstung grosse Sorge. Erst jüngst hatte Obama verkündet, dass sich das besondere Augenmerk der US-Streitkräfte mehr von Europa nach Asien verlagern wird.

Auf Harmonie bedacht

Doch dürfte weder der US-Regierung  noch der dem Chinesischen Vizepräsident viel an heftigen Kontroversen gelegen sein. Die USA möchten unbedingt möglichst freien Zugang zu den schnell wachsenden Märkten in Asien, während Xi sich dem heimischen Fernsehpublikum als international vorzeigbarer Staatslenker präsentieren möchte. Die Chance, dass er kurz vor seinem politischen Aufstieg amerikanischen Forderungen nachgibt, tendiert daher gegen Null.

SF-Korrespondent Arthur Honegger «Die Amerikaner hoffen auf gute Gespräche»

Für Chinas derzeitigen Vizepräsidenten Xi Jinping ist die USA-Reise der wichtigste diplomatische Test, bevor er im nächsten Jahr das Amt des chinesischen Parteichefs von Hu Jintao übernimmt. Für US-Präsident Barack Obama und Amerikas Wirtschaftselite ist der sorgsam choreographierte Staatsbesuch eine seltene Chance, den künftigen Herrscher über die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Erde ein wenig besser kennenzulernen. 

 

Chinas Aufstieg und seine Rolle in der Welt

(Agenturen/gallch)

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