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Rekordwerte bei Asylgesuchen im Januar

Montag, 13. Februar 2012, 17:25 Uhr

Im Januar 2012 haben so viele Menschen in der Schweiz Asyl gestellt wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. Eine höhere Anzahl an Asylgesuchen wurde letztmals im Oktober 2002 verzeichnet. Eingegangen sind nach Angaben des Bundesamtes für Migration über 2600 Gesuche.

Das sind nochmals 4,6 Prozent mehr Gesuche als im Dezember 2011. Im Vergleich zum Januar 2011 wurden mehr als doppelt so viele Gesuche gestellt: Damals waren es 1235 gewesen. Letztmals wären im Oktober 2002 so viele Gesuche eingegangen, teilte das Bundesamt für Migration (BFM) mit.

Kein Asyl für Tunesier

Die meisten Asylgesuche stammten im Januar von Menschen aus Eritrea (370), Serbien (315) und Tunesien (249). Stark zugenommen haben vor allem die Gesuche aus Eritrea – um fast einen Drittel (+91 Gesuche). Der Grund: Eritreer haben gute Chancen auf Asyl in der Schweiz. Über 85 Prozent der Gesuche werden angenommen.

Bild Zwei Asylbewerber in der Asylunterkunft in Chiasso (TI) auf dem Bett sitzend. (keystone / archiv)
Nigeria war neben Eritrea, Serbien und Tunesien ein weiteres wichtiges Herkunftsland im Januar 2012. keystone / archiv

Zurückgegangen sind dagegen die Gesuche von Serben (-15 Prozent) und Tunesiern (-12 Prozent). Für negative Schlagzeilen sorgten in den letzten Monaten vor allem junge Männer aus Tunesien, die sich auffällig verhielten. Von den Tunesiern habe aber keiner Asyl erhalten. Es wurde auch noch keiner der Asylsuchenden vorläufig aufgenommen, hielt das BFM fest.

Derzeit liefen Gespräche mit der tunesischen Regierung über direkte Rückführungen der abgewiesenen Asylsuchenden in das nordafrikanische Land. Damit liesse sich die oft harzige Rückführung über Italien umgehen.

Nach wie vor zahlreiche Gesuche treffen von Menschen aus Nigeria ein. Es waren im Januar 2012 wie schon im vergangenen Monat 186 Gesuche. Anerkannt wurde ebenfalls keiner der Asylstellenden.

Flaschenhals Italien

Im Januar seien ausserdem 357 Personen im Rahmen des Dublin-Abkommens in ein anderes Land zurückgeführt worden, so das BFM weiter. Unter ihnen waren 248 Personen, die ins Nachbarland Italien abgeschoben wurden. Im Dezember waren es 217 Menschen gewesen.

Nach dem Dublin-Abkommen können Asylbewerber in jenes Land zurückgeschickt werden, in dem sie zuerst ein Gesuch gestellt haben. Wegen der Fluchtrouten über das Mittelmeer ist vor allem Italien betroffen. Das Nachbarland akzeptiert aus der Schweiz aber eigentlich monatlich maximal 250 Rückführungen. Das reicht nur für einen Bruchteil der Personen, welche die Schweiz zurückschieben möchte: Laut der Asylstatistik hat Italien allein im Januar in 606 Fällen einer Rücknahme zugestimmt.

(sda/zinv)