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Tausende Schweizer pilgern auf die Eisseen

Sonntag, 12. Februar 2012, 18:43 Uhr

Die «Seegfrörni» hat Tausende Schweizer aufs Eis gelockt. Weil die Temperaturen langsam wieder steigen, dürfte dies wohl auch eine der letzten Gelegenheiten gewesen sein, das Naturschauspiel zu bewundern.

Ob zum Schlittschuhlaufen oder gemütlichen Spaziergang, alleine im Kanton Zürich waren zahlreiche kleinere und mittlere Gewässer begehbar und zogen tausende Menschen auf die Eisschicht. Eine ausreichende Dicke hatte diese etwa auf dem Pfäffiker- und Katzensee in Zürich, im Rapperswiler Hafenbecken oder im Liebefeld-Park in Bern.

Eisseen von Zürich bis Bern

Die tiefen Temperaturen der letzten Tage hatten den Katzensee in Zürich vollständig zufrieren lassen. Im Hafen von Rapperswil SG wurde am Samstag erstmals seit 24 Jahren ein Eisfeld zum Spazieren und für den Eislauf freigegeben. Im Kanton Zug waren vier Gewässer zum Betreten offen.

Auch die Berner Bevölkerung kam auf ihre Kosten: Nachdem bereits am Mittwoch der in der Stadt gelegene Egelsee erstmals seit 2009 fürs Schlittschuhlaufen freigegeben worden war, konnten ab Samstag auch auf dem Weiher im Liebefeld-Park in der Berner Vorortsgemeinde Köniz Pirouetten gedreht werden.

Bild Mann auf Schlittschuhen mit Windsegel auf Eis.
Auch auf dem Neuenburgersee wurde das Eis in vollen Zügen genossen. keystone

Ideale Bedingungen

Dass es zur Einfrierung so vieler Gewässer kommen konnte, ist natürlich den sibirischen Temperaturen zu verdanken. Am Sonntagmorgen meldeten die Wetterdienste für das Mittelland verbreitet Tiefstwerte zwischen -16 und -13 Grad. In den höheren Alpentälern sank das Thermometer noch tiefer – Samedan meldete beispielsweise -27 Grad. Auch tagsüber blieben die Temperaturen, mit Ausnahme von Lugano, in der ganzen Schweiz unter dem Gefrierpunkt.

Dennoch ist die Eisschicht nicht überall dick genug. Ab fünf Zentimeter ist das Eis für eine einzelne Person betretbar. Problematisch wird es, wenn sich mehrere Personen an einer Stelle auf dem Eis aufhalten. So appelliert etwa die Kantonspolizei Thurgau an die Eisläufer auf dem Untersee, sich nicht zu weit vom Ufern entfernt zu bewegen. 

Zu Zwischenfällen auf dem Eis oder gar einem Einbruch, ist es aber bisher in der Schweiz nicht gekommen. Das Betreten des Eises kann grundsätzlich nicht verboten werden, es sollte aber jeweils abgewartet werden, bis die zuständige Gemeinde die Eisfläche freigibt.  

Eiszeit naht dem Ende

Was für die Eisfreunde eine Hiobsbotschaft sein dürfte, ist für viele eine Erlösung: es wird wieder wärmer in der Schweiz. Zwar bringt der Montag noch einmal eisige Werte im zweistelligen Minusbereich am Vormittag und Höchstwerte um -3 Grad am Nachmittag. Am Dienstag bewegen sich die Temperaturen dann aber schon im Bereich um den Gefrierpunkt, am Mittwoch sind zum ersten Mal seit langem wieder knappe Pluswerte möglich. 

Kälte schwindet, Schnee bleibt

Während die grosse Kälte langsam weiterzieht, birgt der viele Schnee weiterhin Gefahr. Der Bund warnte am Freitag die Betreiber von Seilbahnen und Sesselliften vor Gefahren durch die aktuelle Schneesituation. Derzeit liege überdurchschnittlich viel Schnee an den Hängen, der zudem nur schlecht mit dem Untergrund verbunden sei, heisst es in einem Communiqué vom Freitag.

Bild Lawinen-Gefahr-Schild im Schnee
Während das Eis bei steigenden Temperaturen schmilzt, drohen in den Bergen die Schneemassen in Bewegung zu geraten. keystone

Sollte es nun weiter wärmer werden, könnte dies die Schneemassen in Bewegung bringen und unter anderem die Stützen von Seilbahnen und Sesselliften beschädigen.

(sda/muep)

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