International
Ruhiger Jahrestag in Ägypten
Entgegen den Ankündigungen von zahlreichen Oppositionsgruppen ist in Ägypten der Jahrestag des Sturzes von Hosni Mubarak weitgehend ruhig verlaufen. Zahlreich demonstrierten die Menschen gegen den herrschenden Militärrat.
- 07.02.12: Proteste in Kairo: Neue Opfer und Entspannungssignale
- 05.02.12: Ägypten: 40 NGO-Vertreter vor Gericht
- 04.02.12: Erneut 12 Tote bei Unruhe in Ägypten
- 03.02.12: Neue Gewalt-Eskalation in Ägypten
- 02.02.12: Fussball-Drama: «Das war ein Militär-Massaker»
- 02.02.12: SF-Korrespondent: «Die Ausschreitungen in Ägypten waren politisch motiviert»
- 20.12.11: Ägyptischer Militärrat entschuldigt sich
Artikel bewerten
Artikel teilen
Ein Aufruf von mehr als 30 Oppositionsgruppen zum Generalstreik wurde dagegen kaum befolgt. Bahnen und Busse in der Hauptstadt Kairo verkehrten wie gewohnt. Geschäfte hatten geöffnet, auch aus dem Flughafen wurde regulärer Betrieb gemeldet. Lediglich auf dem Tahrir-Platz versammelten sich einige hundert Menschen zum Protest.
Ägypten Opposition hatte mit den Arbeitsniederlegungen und einer Kampagne des «zivilen Ungehorsams» den herrschenden Militärrat zur Übergabe der Macht an eine zivile Regierung zwingen wollen. Doch gerade von den religiösen Gruppen gab es umgehend Kritik.
Sowohl muslimische als auch koptische Geistliche verurteilten den Aufruf zum Streik. Die islamistische Muslimbruderschaft, die die Mehrheit im neuen Parlament hat, erklärte, sie werde an keiner Aktion teilnehmen, die der ägyptischen Wirtschaft schade.
Versprechen zur Machtniederlegung
Der Militärrat hat versprochen, die Macht nach der Wahl eines neuen Präsidenten im Juni an eine zivile Regierung abzugeben. Gleichzeitig setzte die Armee in den vergangenen Tagen wieder landesweit auf eine sichtbare Präsenz. Gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten sicherten wichtige Institutionen und Hauptstrassen.
Am Freitagabend hatte der Militärrat bekräftigt, nicht vor «Drohungen» oder «Druck» zu weichen. In einer im Fernsehen verlesenen Erklärung warnte er vor einem «Komplott» gegen Ägypten.
Tausende Menschen demonstrierten am Freitag in der Hauptstadt Kairo, um ihrer Forderung nach einem Rückzug des Militärrats Ausdruck zu verleihen. Nach dem Ende des Freitagsgebets in der Al-Fath-Moschee im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt rief die Menge «Nieder mit der Militärmacht», bevor sie sich in Richtung des Verteidigungsministeriums in Bewegung setzte
Nach dem Sturz Mubaraks am 11. Februar 2011 hatte sein früherer Verteidigungsminister Hussein Tantawi an der Spitze des Obersten Militärrats die Macht übernommen.
Ägypten nach Mubarak – die Chronologie
Massenproteste zwangen Ägyptens Herrscher Hosni Mubarak im Februar 2011 zum Rücktritt. Die neuen Machthaber liessen inzwischen ein Parlament wählen, doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Mehr dazu finden Sie hier.
Mubarak vor Gericht
Der Prozess gegen Ex-Machthaber Mubarak läuft derweil weiter. Bis Mitte Februar sollen die Verteidiger ihre Plädoyers abgeschlossen haben. Dann wird verkündet, wann der Richterspruch fällt. Das Parlament hat bereits eine Beschleunigung des Gerichtsverfahrens gefordert.
Abgeordnete verschiedener Parteien kritisierten, das Verfahren wegen der Tötung von 846 Demonstranten während der Massenproteste vor einem Jahr laufe viel zu langsam ab. Die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe.
Ausser Mubarak, der meist im Krankenbett vor Gericht erscheint, sind in dem Verfahren auch seine beiden Söhne, der Ex-Innenminister Habib al-Adli und weitere Ex-Funktionäre angeklagt. Ihnen wird Beteiligung an der Tötung der Demonstranten und Korruption vorgeworfen.
S&P: Rating von Ägypten abgestuft
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit von Ägypten weiter herabgestuft. Angesichts schwindender Auslandsreserven und den anhaltenden Unruhen im Land habe man die Kreditwürdigkeit Ägyptens von B+ auf B mit einem negativen Ausblick gesenkt, teilte S&P mit.
Der Übergang des Landes zur Demokratie könnte sich hinauszögern und zu schwächeren politischen Institution und weiteren Konflikten im Inneren führen, hiess es weiter. Der regierende ägyptische Militärrat hat eine Machtübergabe vor Ende Juni angekündigt. Die Demonstranten fordern den umgehenden Rücktritt der Generäle.
(agenturen/halp/blur)
Meldungen im Tagesverlauf
- Vier Kandidaten wollen oberster Bauer werden
- Andrei Arschawin: Heimkehr als Erfolgsrezept?
- Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
- Zum Thronjubiläum: William zeigt sein Lieblingsbild mit der Oma
- Italiens EURO-Starter bekannt, Testspiel abgesagt
- Steuerabkommen dürften im Parlament durchkommen
- Ein Wechsel im irischen Kader
- Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
- Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
- Studie kritisiert MSC-Fischlabel
- Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Frankreich verzichtet für EURO auf Gourcuff
- Bald-Papa Robbie Williams: Für seine Kleine macht er sich fit
- Migros deklariert Produkte aus besetzten Gebieten
- Griechenland gibt EURO-Kader bekannt


Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Vier Kandidaten wollen oberster Bauer werden
Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
Steuerabkommen dürften im Parlament durchkommen
Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
SP könnte Steuerabkommen kippen


















