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Krise im Euro-Land

27-Mrd.-Sparpaket: In Österreich regiert der Rotstift

Samstag, 11. Februar 2012, 2:18 Uhr

Rentner, Beamte, Bauern, Hausbesitzer, Parlamentarier - zum Sparpaket sollen in Österreich alle beitragen. Allerdings in unterschiedlichem Mass. Das ist das Ergebnis monatelanger Verhandlungen. Ob die geplanten Sparsummen realistisch sind, muss sich noch zeigen.

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Angesichts der Finanzkrise und drohender Überschuldung hat die österreichische Regierung ein umfangreiches Spar- und Steuererhöhungspaket beschlossen. Der Haushalt soll bis 2016 um insgesamt knapp 27 Milliarden Euro (rund 32 Mrd. Fr.) entlastet werden. Geplant sind Kürzungen von 22 Milliarden Euro (rund 26,5 Mrd. Fr.).

Rentner und Beamte stark betroffen

Über Steuererhöhungen will die Regierung aus Sozialdemokraten (SPÖ) und Volkspartei (ÖVP) rund 5 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen. Von dem Sparprogramm sind alle Ausgabenbereiche betroffen.

Das meiste Geld soll bei den Rentnern und Beamten eingespart werden. Zudem sollen auch das Bundesparlament und der Bundesrat verkleinert werden. Die Steuern für Spitzenverdiener werden etwas erhöht.

Bild Kanzler Faymann
Kanzler Faymann: Rechtzeitig zu handeln, hat uns die Entwicklung der letzten Monate gelehrt. reuters

Maastricht-Kriterien im Blick

Ende Februar soll das Parlament dem Sparprogramm zustimmen. Im Januar hatte die Ratingagentur Standard & Poor's Österreich von der Spitzenbewertung AAA auf AA+ herabgestuft. Der Jahreshaushalt 2012 beträgt knapp 74 Milliarden Euro, die derzeitige jährliche Neuverschuldung liegt bei 9 Milliarden Euro.

Das gesamtstaatliche Defizit liegt aktuell bei 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, bis 2016 soll es auf 2,6 Prozent sinken, so dass Österreich dann die sogenannten Maastricht-Kriterien erfüllt.

Herabstufung mit geringen Folgen (Tagesschau am Mittag, 17.01.2012)

Grüne kritisieren «Gerechtigkeitslücke»

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sagte am Freitagabend: «Rechtzeitig zu handeln, hat uns die Entwicklung der letzten Monate gelehrt. Nicht zu warten wie in Griechenland, in Spanien, in Portugal, ja selbst in Italien, bis die Zinsen so steigen, dass man nicht mehr Herr des eigenen Budgets ist, ohne mit irgendwelchen Fonds verhandeln zu müssen.»

Die oppositionellen Grünen kritisierten, Reformchancen seien vertan worden, die «Gerechtigkeitslücke» bleibe.

Renteneintrittsalter wird erhöht

Menschen mit sehr hohen Einkommen sollen in den nächsten Jahren einen Solidaritätszuschlag auf ihre Steuern zahlen. Eine neue Wertzuwachssteuer für Immobilien wird eingeführt. Bestimmte Steuerlücken sollen geschlossen werden.

Die Rentenerhöhungen sollen künftig geringer ausfallen und das durchschnittliche Renteneintrittsalter - derzeit liegt es bei 59 Jahren - soll erhöht werden. Beamte müssen auf die nächste automatische Gehaltserhöhung verzichten. In bestimmten Bereichen des öffentlichen Dienstes gibt es einen Einstellungsstopp.

Auch Bau des Brenner-Basistunnels betroffen

Geplant ist auch eine Verwaltungsreform. Die Bundesbahn ÖBB erhält weniger Geld, und Teile der üppigen Wirtschafts- und Agrarsubventionen sollen gestrichen werden. Der neue Eisenbahntunnel unter dem Brennerpass (Brenner-Basistunnel) soll langsamer und billiger gebaut werden.

Zudem will die Regierung die Zahl der Abgeordneten im Bundesparlament, dem Nationalrat, nach der nächsten Wahl 2013 von bisher 183 auf 165 verringern. Auch der Bundesrat soll um ein Drittel verkleinert werden - von 62 auf 42 Ländervertreter. Hier müsste aber eine der Oppositionsparteien zustimmen.

Rating-Abstufungen (Tagesschau, 13.01.2012)

(agenturen/halp)

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J. Raguth
(fb_100001218212105 Mann)
Verfasst am: 11.2.2012 12:10

ou

geht jetzt den ösis auch das geld aus... was der... mehr

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