International
Iran bietet Gold und Öl für Weizen
Auch wenn es das Regime in Teheran nicht zugeben will (und kann): Die Sanktionen des Westens zeigen offenbar Wirkung. Um überhaupt noch Lebensmittel importieren zu können, muss der Iran auf seine Goldreserven zurückgreifen. Bei der Umgehung des Embargos behilflich sind möglicherweise auch Schweizer Unternehmen.
Bild
Artikel bewerten
Artikel teilen
Die Verzweiflung in Teheran muss mit Händen greifbar sein: «Getreidelieferungen werden mit Goldbarren bezahlt. Zudem werden Gegengeschäfte mit Öl angeboten», sagte ein europäischer Weizenhändler.
Die zum Jahresbeginn erlassenen Strafmassnahmen beschneiden offenbar drastisch die Möglichkeiten der Islamischen Republik, in den Besitz von Dollar oder Euro zu gelangen. Beide Währungen sind aber für die Beschaffung und Bezahlung von Nahrungsmittellieferungen auf den internationalen Märkten unabdingbar.
Iran umwirbt Indien und Kasachstan
Die bislang genutzten Ausweichwege über Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind versperrt, weil deren Regierung einen Bruch der Sanktionen nicht riskieren will.
Als Alternative bietet sich Indien an. Dort gibt man sich ganz pragmatisch: «Warum sollte ich mir die Geschäftschance entgehen lassen?», fragte Handelsminister Rahul Khullar in Neu Delhi. Natürlich respektiere man Uno-Sanktionen – aber am Export-Stop von EU und USA wolle man sich nicht beteiligen.
Sollte Indien dennoch umfallen, erwägt man in Teheran offenbar die Reaktivierung alter Handelsbeziehungen zu Nachbar Kasachstan.
Um ein Importvolumen von zwei Millionen Tonnen Weizen soll es dabei gehen. Man kennt und schätzt sich: «Beide Regierungen pflegen einen autoritären Stil und können Handelsabkommen ohne parlamentarische Widerstände abschliessen», sagte ein französischer Händler. Auch die Abwicklung könne unter Umgehung von Zwischenhändlern erfolgen.
Geldgeber aus der Schweiz?
Bis es soweit ist, bleiben nur wenige Schlupflöcher zur Beschaffung dringend benötigter Importnahrungsmittel: neben Gold und Öl vor allem der japanische Yen. Und mit dem versorgt sich das iranische Regime möglicherweise in der Schweiz. So geht man in Händlerkreisen davon aus, dass Teheran mithilfe Schweizer Krediten kürzlich ein 200‘000-Tonnen-Geschäft mit Weizen in Yen abgewickelt habe.
Die Ironie dabei: Teile der Lieferung sollen aus den USA stammen, dem grössten Verfechter von Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Ein Sprecher des Agrar-Giganten Cargill bestätigte auf Nachfrage, dass Lieferungen an den Iran weiterhin möglich seien – sofern das Geschäft nicht in Dollar abgewickelt werde.
Parolen statt Brot
Im Iran sitzt man indessen auf glühenden Kohlen und wartet auf das Eintreffen der dringend benötigten Lieferungen. Dutzende Schiffe mit Getreidelieferungen für den Iran sind wegen des Embargos blockiert. Und die Zeit drängt: im März stehen Parlamentswahlen an. Da will man die Wähler gewogen stimmen.
Solange die Grundnahrungsmittel fehlen, geschieht das mit Parolen. So verkündete das Regime vollmundig, bis Mitte des Jahres auf dem Nahrungsmittelsektor autark sein zu wollen. In Teheran weiss man um die Sensibilität des Brotpreises. Zur Erinnerung: Auslöser des Arabischen Frühlings in Tunesien vor mehr als einem Jahr waren stark gestiegene Lebensmittelpreise.
(agenturen/falt)
Meldungen im Tagesverlauf
- Vier Kandidaten wollen oberster Bauer werden
- Andrei Arschawin: Heimkehr als Erfolgsrezept?
- Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
- Zum Thronjubiläum: William zeigt sein Lieblingsbild mit der Oma
- Italiens EURO-Starter bekannt, Testspiel abgesagt
- SP-Fraktion gegen Steuerabkommen
- Ein Wechsel im irischen Kader
- Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
- Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
- Studie kritisiert MSC-Fischlabel
- Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Frankreich verzichtet für EURO auf Gourcuff
- Bald-Papa Robbie Williams: Für seine Kleine macht er sich fit
- Migros deklariert Produkte aus besetzten Gebieten
- Griechenland gibt EURO-Kader bekannt


Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
SP-Fraktion gegen Steuerabkommen
Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
SP könnte Steuerabkommen kippen



















G. bossert, Safenwil
)
(fama
Verfasst am: 10.2.2012 19:08
Geldgeber aus der Schweiz
JA, WOHER DENN auch SONST ??? Im Geschäfte... mehr
Zustimmen — 6 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 5 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
W. Staub, Schwarzenbach
)
(Toggenburger
Verfasst am: 10.2.2012 18:09
Wenn Geld gerochen wird ...
Wenn Geld gerochen wird, waren Schweizer-Buden... [1] mehr
Zustimmen — 9 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 4 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
B. Bühler, Biel
)
(B_B
Verfasst am: 10.2.2012 16:11
Wie immer,
wenn es grenzwärtige Geschäfte abzuwickeln... [1] mehr
Zustimmen — 13 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten