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International

Brasilien: Polizeistreik gefährdet Karneval

Freitag, 10. Februar 2012, 8:54 Uhr

Eine Woche vor dem Auftakt des Karnevals in Rio de Janeiro haben Polizisten im brasilianischen Staat Rio Streikaktionen beschlossen. Trotz bereits versprochener Lohnerhöhung wollen sie so für mehr Geld kämpfen. Im Bundesstaat Bahia wurde ein ähnlicher Arbeitskampf derweil vom Militär beendet.

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Die vom Parlament genehmigte Lohnerhöhung beträgt nur die Hälfte der von den Polizisten geforderten Steigerung. In kaum einem brasilianischen Staat werden Polizisten schlechter bezahlt.

Mit dem Arbeitsboykott der Gesetzeshüter steht auch der geregelte Ablauf des am 17. Februar beginnenden Karnevals auf der Kippe. Jedes Jahr kommen rund 800'000 Touristen in die Metropole, die sechs Millionen Einwohner zählt. Soldaten sollen nun während des Streiks an der Copacabana für Ordnung sorgen.

Streikende Polizisten in Bahia geben auf

Im Bundesstaat Bahia hat die Armee bereits Erfahrung als Ordnungshüter sammeln können: Während des 9-tägigen Streiks von 10‘000 Polizisten war die Kriminalitätsrate dort sprunghaft angestiegen. Die Regierung entsandte daraufhin 3500 Soldaten und Bundespolizisten zur Wiederherstellung der inneren Sicherheit.

Bild Soldaten stehen Spalier für abziehende Polizisten in Salvador de Bahia
Drohen ähnliche Szenen in Rio? Soldaten stehen Spalier für die abziehenden Polizisten in Salvador de Bahia. Diese mussten ihren Streik unter dem Druck des Militärs erfolglos abbrechen. reuters

Auch direkt gegen die streikenden Polizisten wurde die Armee eingesetzt: Soldaten feuerten mit Gummischrot und Tränengas auf die Streikenden und ihre Angehörigen, die zur Unterstreichung ihrer Forderungen das Regionalparlament in Salvador de Bahia besetzt hatten.

Das zeigte die gewünschte Wirkung: Gestern gaben die letzten der ausharrenden Polizisten die Besetzung des Parlaments auf; zwei der Streikführer wurden festgenommen.

(sda/falt)

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