International
30 Tote bei Doppelanschlag in Syrien
In Syrien spitzt sich die Lage zu. Bei zwei Bombenanschlägen in der Millionenmetropole Aleppo sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Regierung und Opposition machen sich gegenseitig für Attentate verantwortlich. Die Protesthochburg Homs liegt weiter unter Dauerbeschuss.
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Der Bürgerkrieg in Syrien hat die zweitgrösste Stadt Aleppo erfasst. Bei zwei gewaltigen Bombenanschlägen vor Einrichtungen der Sicherheitskräfte kamen nach Angaben von Ärzten 30 Menschen ums Leben. Etwa 200 weitere seien verletzt worden. Staatliche Medien berichteten, die Sprengsätze seien von zwei Selbstmordattentätern gezündet worden.
Gleichzeitig ging in der Protesthochburg Homs der Dauerbeschuss durch Regimetruppen weiter. Dort starben nach Angaben von Aktivisten mindestens 39 Menschen - im ganzen Land kamen demnach bei den heutigen Angriffen 61 Menschen ums Leben. Viele Tote der vergangenen Tage lägen noch unter zerstörten Häusern.
Auch in Aleppo wurden weitere Opfer unter den Trümmern vermutet. Die Wucht der Explosionen war so gewaltig, dass Gebäude im Umkreis von einem Kilometer erschüttert wurden.
Im Fernsehen war zu sehen, wie Helfer zwischen blutigen Leichen und abgerissenen Gliedmassen nach Überlebenden suchten. Menschen seien in Nachthemden auf die Strasse gelaufen und hätten geschrien, sagte ein Augenzeuge.
Regime macht Opposition verantwortlich
Das syrische Staatsfernsehen beschuldigte Oppositionelle, Aktivisten machten dagegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad für die Anschläge verantwortlich. Ein Sprecher der sogenannten Revolutionskomitees sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Die meisten Toten sind Angehörige des Sicherheitsapparates und der Schabiha-Milizen.»
Vermutlich habe es sich um ein Komplott von Angehörigen des Regimes gehandelt. Diese wollten durch inszenierte Terroranschläge die Bevölkerung von Aleppo auf ihre Seite ziehen. «Denn in Aleppo ist die Bewegung gegen das Regime in den vergangenen Wochen gewachsen», fügte er hinzu.
Opposition weist Anschuldigung zurück
Oppositionelle erklärten unter Berufung auf Anwohner, die vor den Explosionen verdächtiges Verhalten der Sicherheitskräfte beobachtet haben wollen: «Dies ist ein weiteres schwarzes Theaterstück des Regimes.» Die Regierungstruppen hätten nach den Detonationen jeweils mehrere Schüsse abgegeben, um den Eindruck zu erwecken, es habe ein Gefecht zwischen ihnen und den «Terroristen» stattgefunden.
Die Freie Syrische Armee aus Deserteuren wies Spekulationen zurück, sie sei an den Anschlägen beteiligt gewesen. Der Sekretär des Kommandeurs der Truppe, Oberst Riad al-Asaad, sagte in Istanbul in einem Telefongespräch: «Wir haben keinerlei Verbindung zu diesen Anschlägen und wir besitzen auch nicht einmal die Art von Sprengstoff, die man dafür braucht. Wir haben nur Panzerfäuste und automatische Schusswaffen.»
Er räumte allerdings ein, dass es kurz vor dem Doppelanschlag am gleichen Ort ein Gefecht zwischen den Regierungstruppen und den Deserteuren gegeben habe. Die sogenannte Freie Syrische Armee ist eine von zwei grösseren Vereinigungen fahnenflüchtiger Soldaten der syrischen Armee. Ihre Führung operiert von der türkischen Provinz Hatay aus.
Libanon zieht Truppen an Grenze zusammen
Das Nachbarland Libanon zog Truppen an der Grenze zu Syrien zusammen. Zuvor war berichtet worden, über die Grenze würden Waffen in die syrische Protesthochburg Homs geschmuggelt. Ein Augenzeuge berichtete, zahlreiche Soldaten seien am Morgen an die Grenze beordert worden, wo sie Kontrollpunkte errichtet hätten.
USA machen Druck, Russland bleibt stur
Das «abscheuliche Blutvergiessen» in Syrien müsse beendet werden, verlangte US-Präsident Barack Obama nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti in Washington. Die USA und Italien seien sich einig, die jetzige Regierung in Damaskus, die «ihr Volk angreift», müsse ersetzt werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel äusserte sich zutiefst betroffen über Assad. «Die Bilder und Berichte aus Syrien wühlen mich genauso auf wie wahrscheinlich die meisten Bürger», sagte Merkel der «Passauer Neue Presse».
Gut eine Woche nach der gescheiterten Syrien-Resolution will sich die UN-Vollversammlung mit der Situation in dem arabischen Land befassen. Dazu lud die Vertretung der Mitgliedsländer, quasi das Parlament der UN, für Montag kurzfristig Menschenrechtskommissarin Navi Pillay ein.
Russland bleibt dagegen bei seinem Kurs im Syrien-Konflikt: Das Parlament unterstützte am Freitag das Veto Moskaus gegen die jüngste Syrien-Resolution. Das Moskauer Veto im Weltsicherheitsrat war weltweit kritisiert worden. Russland ist ein enger Partner und Waffenlieferant Syriens.
Kampf gegen russisches Veto
Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton hat an Russland appelliert, doch noch eine UNO-Resolution gegen Syrien zu unterstützen. Zudem möchte die EU die Sanktionen gegen Assads Regime ausweiten. Lesen Sie hier mehr dazu.
(dpa/vaid)
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W. Ostermeier, Buchs
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(Paresis
Verfasst am: 10.2.2012 20:28
Die Europäer haben gar nichts zu wollen
Anstatt ihre eigenen Hausaufgaben in ihren... [1] mehr
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C. Staub, meinungs-zensur
)
(srg-gemobbter
Verfasst am: 10.2.2012 17:51
@ W. Meier, Basel + S. Segal, Zürich - Hoffentlich gelingt es Assad den Terrorismus....
Und das syrische Volk verschleppt sich, foltert... [1] mehr
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W. Staub, Schwarzenbach
)
(Toggenburger
Verfasst am: 10.2.2012 17:48
Aleppo und die Kreuzritter
In Aleppo spielten sich schon zu Zeiten der... [1] mehr
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