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UBS und CS mit «eklatanten Schwächen im Investment-Banking»

Donnerstag, 9. Februar 2012, 12:12 Uhr, Aktualisiert 10.02.2012, 5:05 Uhr

Das Investment-Banking-Geschäft harzt bei Credit Suisse und UBS. Sie stehen allerdings nicht alleine da, wie SF-Wirtschaftsredaktor Reto Lipp festhält. Er sieht die UBS mit Blick auf die Zukunft derzeit besser aufgestellt als die Credit Suisse. Stichworte sind etwa die Kernkapitalquote oder der Steuerstreit mit den USA.

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Bild Reto Lipp
SF-Wirtschaftsredaktor Reto Lipp bezeichnet das Ergebnis der CS als Enttäuschung. sf

Die Credit Suisse (CS) hat im ganzen letzten Jahr einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen und für das letzte Quartal sogar einen Verlust ausgewiesen. Wie werten Sie das Ergebnis der CS?

Das Ergebnis enttäuscht auf der ganzen Linie. Vor allem das Investment Banking, das eigentlich als besser aufgestellt gilt als jenes der UBS, hat einen massiven Gewinneinbruch zu verzeichnen. Natürlich spielen Sonderfaktoren eine Rolle – die Bank baut das Investment-Banking massiv um, was vorerst vor allem Kosten verursacht.

Trotzdem zeigt das Ergebnis, dass die sogenannte «One-Bank»-Strategie, die Oswald Grübel als damaliger CEO der Credit Suisse immer gepredigt hat, nicht funktioniert. Das heisst, bis jetzt fehlt der Beweis, dass sich Vermögensverwaltung und Investment-Banking unter einem Dach auf hohem Niveau erfolgreich betreiben lassen.

Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Grundstrategie der CS in Frage gestellt wird. Die Aktionäre werden sich diese Wertvernichtung nicht mehr länger gefallen lassen. Denn nun wird ja auch wieder die Dividende gekürzt.

Auch die UBS hat diese Woche ihr Ergebnis publiziert. Welche der beiden Grossbanken hat letztes Jahr besser gearbeitet und welche ist für dieses Jahr besser gerüstet?

Beide Banken zeigen derzeit eklatante Schwächen im Investment-Banking. Das ist allerdings keine Besonderheit der Schweizer Grossbanken, alle Banken tun sich derzeit in diesem Geschäft schwer. Das hängt mit der schlechten Entwicklung an den Finanzmärkten zusammen. Wenn eine Börsen-Flaute herrscht, sind die Bank-Kunden inaktiv. Das generiert wenig Gebühren. Es gibt auch wenig lukrative Übernahmen oder spektakuläre Börsengänge.

Werkplatz schlägt Finanzplatz deutlich

Noch kürzlich hatte Joe Ackermann, der demnächst in Pension gehende Chef der Deutschen Bank, von Eigenkapital-Renditen bei seiner Bank von 25 Prozent fabuliert. Tempi passati, hält Reto Lipp in seinem Wirtschaftsblog fest. Die Grossbanken zeigen eine deutliche Bremsspur. Lesen Sie hier mehr.

Rein von der Eigenkapitalrendite her gesehen, hat die UBS besser abgeschnitten als die CS (8.6% gegen 6%). Auch die wichtige Kernkapitalquote ist inzwischen bei der UBS besser (16.0% gegen 15.2%), dies obwohl die Credit Suisse eigentlich einen Vorsprung auf die UBS hatte, denn die CS war von der Finanzkrise deutlich weniger betroffen als die UBS. Offensichtlich haben die CS-Chefs in den letzten Monaten eine Reihe von Fehlentscheidungen getroffen.

Wie sind die beiden Grossbanken in Bezug auf den Steuerstreit mit den USA exponiert? Welche Risiken gibt es?

Die UBS hat mit der Busse von 780 Millionen Dollar und der Auslieferung von Kundendaten 2009 die schwierigste Phase im Steuerstreit hinter sich und kann jetzt vorwärts schauen. Sie baut ihr (lizenziertes) US-Geschäft kontinuierlich aus, auch wenn dieses Geschäft deutlich weniger profitabel ist als das grenzüberschreitende Vermögensverwaltungsgeschäft.

Die Credit Suisse steht erst noch vor der Aufarbeitung ihrer Probleme mit der US-Steuerbehörde. Immerhin sind mehrere CS- Banker angeklagt, eine Klage gegen die Bank ist nicht auszuschliessen und wäre existenzbedrohend.

Da die CS eine implizite Staatsgarantie besitzt (Too-big-to-fail) müsste der Staat wiederum zu Hilfe eilen. Die CS hat bereits in der aktuellen Rechnung 300 Mio. Franken für eine mögliche Strafzahlung in den USA zurückgelegt.

Immer weniger Banker – immer mehr Nachwuchs

Die Schweizer Banken sind unter Druck. In den letzten paar Jahren mussten sie permanent Stellen streichen.

Dessen ungeachtet ist der Zulauf an den Hochschulen bei der Ausbildung zu Finanzexperten enorm.

Sehen Sie dazu den Bericht von «10vor10».

(sf/coro)

Kommentare aktiv...

U. Keller, Klaeng
(sailer Mann)
Verfasst am: 9.2.2012 14:33

Der Zweck heilgt.....

Brady Dougan erklärt, dass die Credit Suisse... mehr

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