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Kältewelle ist gutes Geschäft für Öl- und Stromproduzenten

Rolf Blust
Donnerstag, 9. Februar 2012, 19:45 Uhr

Seit mehr als einer Woche ist die Schweiz ein Gefrierschrank. Die Minustemperaturen machen sich nun auch im Heizölgeschäft bemerkbar. In den letzten Tagen haben die Preise deutlich angezogen – in Deutschland auf einen Höchststand seit dem Sommer 2008.

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Die Heizöllieferanten in der Schweiz haben derzeit alle Hände voll zu tun.

Heizölgeschäft boomt (10vor10, 13.02.2012)

Bei Migrol beispielsweise sind sämtliche Transportfahrzeuge praktisch im Dauereinsatz. Die Nachfrage sei in den vergangenen Tagen stark gestiegen, sagt Daniel Hofer auf Anfrage von «SF Online». Gestiegen ist nicht nur die Bedarf, sondern auch der Preis. Innerhalb von drei Wochen ist der Preis für 100 Liter die Sorte «Greenlife» von 105.40 auf 112.40 Franken (bei einer Liefermenge von 3‘000 Liter) gestiegen. Die Nachfrage bei anderen Lieferanten zeigt ein ähnliches Bild (s. Grafik)

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Heizölpreis Entwicklung seit Ausbruch der Kältewelle. Quelle: Heizöl 24

Innerhalb der letzten sechs Monate ist der Heizölpreis in der Schweiz um über 30 Prozent angestiegen. In Deutschland liegt er zurzeit gar auf dem Höchststand von Sommer 2008. Finanzkrise und der Aufschwung in den Schwellenländern trieben damals die Marke in der Schweiz auf fast 150 Franken pro 100 Liter.

Grund für den aktuellen Preisanstieg sei nicht nur die gestiegene Nachfrage, sondern auch der Lieferengpass durch die Stilllegung der Raffinerie von Petroplus in Cressier (NE). Die Lieferanten sind gezwungen auf andere Terminals auszuweichen, was die Logistik zusätzlich erschwert und somit verteuert.

Profiteure sind die Raffinerien

Auf Grund des aktuellen Insolvenzverfahrens des Zuger Raffinerie-Betreibers Petroplus wurden zwei seiner fünf Standorte heruntergefahren. Von den rückläufigen Überkapazitäten und der steigenden Nachfrage in Europa würden nun andere Raffineure profitieren, so Daniel Hofer. Der Gewinn für die Lieferanten in der Schweiz sei nur minimal.

Strombörse floriert

Ganz anders sieht es dafür an der europäischen Strombörse (EEX) in Leipzig aus. Dort herrscht derzeit ein Hauch von Goldgräberstimmung. Die anhaltende Kältewelle setzt vor allem Frankreich arg zu. Der Exportriese ist plötzlich auf Stromimporte angewiesen. Für den AKW-Gigant wurde heute ein Spitzenwert von 1983 Euro pro Megawattstunde registriert. Das ist dreimal mehr als noch vor Wochenfrist. Umgerechnet auf Heizöl oder Benzin entspricht das in etwa einem Preis von 2‘400 Franken pro 100 Liter. Die Tageswerte unterliegen aber extremen Schwankungen. Sie sind abhängig von Produktionsfaktoren, wie Wind und Wetter (erneuerbare Energien) oder Angebotsausfällen bei der konventionellen Stromproduktion.

Bild Hochspannungsleitung in Wolken und Nebel gehüllt.
In Frankreich laufen viele Heizungen mit Strom, der Bedarf ist mit der Kältewelle massiv gestiegen keystone

Angesicht der massiven Nachfrage in Europa mussten Deutschland und Österreich Ersatzkraftwerke hochfahren. Grosser Abnehmer ist Frankreich. Der Leistungsbedarf liege auf einem bisherigen Rekordwert von 101‘700 Megawatt, schreibt die deutsche Bundesnetzagentur.

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