Kultur
Berlinale: Prominenz schlottert auf dem roten Teppich
Mit der Weltpremiere des französischen Revolutionsdramas «Les adieux à la reine» ist die 62. Berlinale eröffnet worden. Tapfer schritten die Prominenten bei Minustemperaturen über den roten Teppich.
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Zum Auftakt des grössten Publikumsfestivals der Welt kehrte eine deutsche Hollywood-Schauspielerin in ihre Heimat zurück: Diane Kruger (»Inglourious Basterds») spielt in dem Historiendrama Königin Marie Antoinette - eine Frau mit ungeahnten Leidenschaften, die in den ersten Tagen der Französischen Revolution auch das Schicksal ihrer Dienerin und Freundin in der Hand hält.
Regisseur Benoît Jacquot bietet dem Zuschauer keine Geschichtslektion, sondern pralles, sinnliches und teils dezent ironisches Kino. Nach dem preisgekrönten Roman von Chantal Thomas schildert der Film die dramatischen Ereignisse zu Beginn der Revolution im Juli 1789 aus der Sicht der Diener im Schloss von Versailles.
Dabei blickt der Zuschauer hinter die Kulissen von Pomp und Prunk - dorthin wo in den Dienstboten-Gemächern das Ungeziefer krabbelt und in den Seen des Schlossparks tote Ratten schwimmen.
Kälte eint
Zur Eröffnungsgala mit Festivaldirektor Dieter Kosslick und Comedystar Anke Engelke waren rund 1600 prominente Gäste in den Berlinale-Palast am Potsdamer Platz geladen. Ehrenplätze hatten die Mitglieder der Jury unter Vorsitz des britischen Regisseurs Mike Leigh.
Leigh sagte, dass die Jury nicht umhin könne, sich von den weltweiten politischen Unruhen beeinflussen zu lassen. Es gelte, die Filme nicht nur unter künstlerischen, sondern auch politischen und sozialen Gesichtspunkten zu beurteilen. Ausserdem äusserte er Freude an der Wetterlage: «Schön, dass das Festival mitten im Winter stattfindet, die Kälte eint die Leute.»
Neben Leigh sitzen der Fotograf und Filmemacher Anton Corbijn, der Regisseur und Drehbuchautor Asghar Farhadi, die Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg, der Regisseur François Ozon, der Schriftsteller Boualem Sansal und die Schauspielerin Barbara Sukowa in der Jury.
Das achte Jury-Mitglied, der Schauspieler Jake Gyllenhaal, musste während der Eröffnungs-Show zuerst einmal die Aussprache seines Namens erklären.
Endlich wieder Schweizer Wettbewerbseitrag
Bis zum 19. Februar zeigen die Internationalen Filmfestspiele Berlin knapp 400 Filme aus aller Welt. Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren neben «Les adieux de la reine» 17 weitere Filme um die Trophäen. Erstmals seit zehn Jahren ist wieder ein Schweizer Beitrag mit dabei: Ursula Meier (»Home») rittert mit ihrem zweiten Langspielfilm «L'enfant d'en haut» um den Goldenen Bären.
Ihre Konkurrenten sind unter anderen die deutschen Regisseure Christian Petzold, Matthias Glasner und Hans-Christian Schmid sowie Paolo und Vittorio Taviani aus Italien, der Grieche Spiros Stathoulopoulos oder der US-Amerikaner Billy Bob Thornton.
Jolies Regiedebüt
Zahlreiche Stars haben ihr Kommen angekündigt. Dazu gehören Robert Pattinson, Meryl Streep, Uma Thurman, Keanu Reeves, Billy Bob Thornton, Isabelle Huppert, Charlotte Rampling und Salma Hayek.
Angelina Jolie ist bereits in der Stadt. Sie stellt am Samstag ihr Regiedebüt «In The Land Of Blood And Honey» vor. Am Freitag ist die Verfilmung von Jonathan Safran Foers Bestseller «Extremely Loud and Incredibly Close» mit Sandra Bullock und Tom Hanks zu sehen - der Film läuft ausser Konkurrenz.
(sda/rufi)
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