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International

Verfahren gegen Sarkozy-Vertrauten Woerth

Donnerstag, 9. Februar 2012, 17:38 Uhr

Die Justiz leitete gegen Eric Woerth, einem ehemaligen Minister unter Nicolas Sarkozy, ein Verfahren ein. Ihm wird vorgeworfen, illegale Bargeldspenden angenommen zu haben. Jetzt drohen ihm eine Haft- und hohe Geldstrafe.

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Eric Woerth, der jahrelang als Schatzmeister in Nicolas Sarkozys Partei UMP tätig war, wird vorgeworfen, illegale Bargeldspenden angenommen zu haben. Im Präsidentschaftswahlkampf 2007 soll er demnach 150‘000 Euro erhalten haben. In Frankreich sind jedoch private Spenden an Parteien nur bis 7‘500 Euro pro Jahr erlaubt. Das Geld hat Woerth gemäss unbestätigter Zeugenaussagen vom inzwischen entlassenen Vermögensverwalter der reichsten Frau Frankreichs, Liliane Bettencourt, angenommen.

Brisant ist zudem, dass Woerths Ehefrau Florence bei Bettencourts Vermögensverwaltung angestellt wurde und Eric Woerth im Gegenzug einen Mitarbeiter Bettencourts in die französische Ehrenlegion aufgenommen haben soll.

Woerth und die Schweiz

Im Sommer 2009 gelangte Frankreich an 3000 Namen von steuerpflichtigen Inhabern von Schweizer Bankkonten. Der damalige Haushaltsminister Eric Woerth sagte, er habe die Daten direkt von Schweizer Banken erhalten.

Gefängnisstrafe bis zu zehn Jahre 

Der 56-jährige Woerth ist des Weiteren unter Druck, möglicherweise die Schwäche der heute 89-jährigen L’Oréal-Erbin ausgenutzt zu haben. Ein Gutachten bescheinigt, dass deren geistigen Fähigkeiten schon im Jahr 2006 eingeschränkt waren. Heute leidet Bettencourt an Demenz und ist einem Vormund unterstellt. Ihr Vermögen wird auf etwa 17,8 Milliarden Euro geschätzt.

Bereits am Mittwoch wurde Woerth während 12 Stunden verhört. Der strafrechtliche Vorwurf lautet auf Vorteilsnahme. Diese kann mit bis zu zehn Jahren Haft und 150‘000 Euro Geldstrafe geahndet werden. Woerth bestreitet sämtliche Vorwürfe.

Wegen seiner Verstrickung in die Spendengeld-Affäre musste Woerth bereits 2010 seinen Posten als Schatzmeister aufgeben. Er stellte damals während Sarkozys Regierungsumbildung ein Risiko dar und schied als Regierungsmitglied aus. Auch jetzt könnte das Verfahren Sarkozy zu einem ungünstigen Zeitpunkt erwischen. Am 22. April findet die Wahl statt. Vor allem François Hollande gilt als grösster Herausforderer des amtierenden Staatspräsidenten. In folgender Galerie sind sämtliche Kandidaten aufgelistet:

(sda/mery)

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