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International

Machtkampf im Ferienparadies Malediven

Donnerstag, 9. Februar 2012, 15:38 Uhr, Aktualisiert 21:04 Uhr

Auf den Malediven tobt ein Machtkampf. Vor zwei Tagen musste Präsident Mohamed Nasheed zurücktreten – angeblich unter Androhung von Waffengewalt. Jetzt wurde seine Festnahme angeordnet.

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Bild Polizisten in Kampfmontur.
In Male kam es zu Zusammenstössen zwischen Polizei und Nasheed-Anhängern. reuters

Gründe für die Festnahme nannte das zuständige Gericht nicht. Nasheed befindet sich derzeit noch in seinem Haus. Seine Anhänger versammelten sich bei dem Anwesen, um die Festnahme zu verhindern. Die Ehefrau und die zwei Töchter Nasheeds suchten unterdessen Zuflucht im benachbarten Sri Lanka.  

Machtkampf mit Ex-Machthaber

Der bisherige Aussenminister Ahmed Naseem, welcher der gleichen Partei angehört wie Nasheed, hatte am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen Vizepräsident Waheed erhoben, der die Amtsgeschäfte seit dem Rücktritt des Präsidenten führt. Er sprach von einem Putsch und sagte, Nasheed sei mit Waffengewalt zur Aufgabe seines Amtes gezwungen worden.

Die Familie von Nasheed soll nach Sri Lanka geflüchtet sein. (Tagesschau, 09.02.12, 19.30)

Hintergrund des Konflikts ist ein Machtkampf zwischen dem früheren autokratischen Herrscher Maumoon Abdul Gayoom und Nasheed, der als erster freigewählter Präsident die südasiatische Inselkette regierte. Nach 30 Jahren an der Macht war Gayoom dem früheren politischen Gefangenen Nasheed bei der Wahl 2008 unterlegen.

Sitzung unter Wasser

Politische Schlagzeilen machten die Malediven bisher vor allem bei ihren Aktionen gegen den Klimawandel. Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, sind die Inseln und Atolle nach Schätzungen in etwa hundert Jahren überflutet. Als Mahnung hielt die Regierung 2009 eine Kabinettssitzung sechs Meter unter Wasser ab - in Taucheranzügen.

Bild Kabinettssitzung unter Wasser, am 17. Oktober 2009.
Sitzung unter Wasser: Nasheed bei einer Aktion gegen den Klimawandel (Oktober 2009). keystone

Vor allem vom Tourismus abhängig

Die Malediven sind eine Kette von rund 1190 Inseln und Atollen im Indischen Ozean. Das Ferienparadies mit tropischem Klima erstreckt sich auf einer Länge von rund 750 Kilometern und einer Breite von 120 Kilometern nahe der Südspitze Indiens.

Auf den rund 200 bewohnten Inseln leben rund 395'000 Menschen; die Hauptstadt Male liegt auf dem Nord-Male-Atoll.

Der Tourismus ist mit Abstand der grösste Wirtschaftszweig der Malediven. Er trägt rund ein Drittel zum Bruttoinlandprodukt bei und erbringt mehr als 60 Prozent der Deviseneinnahmen.

(sda/schl)

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