International
Machtkampf im Ferienparadies Malediven
Auf den Malediven tobt ein Machtkampf. Vor zwei Tagen musste Präsident Mohamed Nasheed zurücktreten – angeblich unter Androhung von Waffengewalt. Jetzt wurde seine Festnahme angeordnet.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Gründe für die Festnahme nannte das zuständige Gericht nicht. Nasheed befindet sich derzeit noch in seinem Haus. Seine Anhänger versammelten sich bei dem Anwesen, um die Festnahme zu verhindern. Die Ehefrau und die zwei Töchter Nasheeds suchten unterdessen Zuflucht im benachbarten Sri Lanka.
Machtkampf mit Ex-Machthaber
Der bisherige Aussenminister Ahmed Naseem, welcher der gleichen Partei angehört wie Nasheed, hatte am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen Vizepräsident Waheed erhoben, der die Amtsgeschäfte seit dem Rücktritt des Präsidenten führt. Er sprach von einem Putsch und sagte, Nasheed sei mit Waffengewalt zur Aufgabe seines Amtes gezwungen worden.
Hintergrund des Konflikts ist ein Machtkampf zwischen dem früheren autokratischen Herrscher Maumoon Abdul Gayoom und Nasheed, der als erster freigewählter Präsident die südasiatische Inselkette regierte. Nach 30 Jahren an der Macht war Gayoom dem früheren politischen Gefangenen Nasheed bei der Wahl 2008 unterlegen.
Sitzung unter Wasser
Politische Schlagzeilen machten die Malediven bisher vor allem bei ihren Aktionen gegen den Klimawandel. Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, sind die Inseln und Atolle nach Schätzungen in etwa hundert Jahren überflutet. Als Mahnung hielt die Regierung 2009 eine Kabinettssitzung sechs Meter unter Wasser ab - in Taucheranzügen.
Vor allem vom Tourismus abhängig
Die Malediven sind eine Kette von rund 1190 Inseln und Atollen im Indischen Ozean. Das Ferienparadies mit tropischem Klima erstreckt sich auf einer Länge von rund 750 Kilometern und einer Breite von 120 Kilometern nahe der Südspitze Indiens.
Auf den rund 200 bewohnten Inseln leben rund 395'000 Menschen; die Hauptstadt Male liegt auf dem Nord-Male-Atoll.
Der Tourismus ist mit Abstand der grösste Wirtschaftszweig der Malediven. Er trägt rund ein Drittel zum Bruttoinlandprodukt bei und erbringt mehr als 60 Prozent der Deviseneinnahmen.
(sda/schl)
Meldungen im Tagesverlauf
- Andrei Arschawin: Heimkehr als Erfolgsrezept?
- Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
- Zum Thronjubiläum: William zeigt sein Lieblingsbild mit der Oma
- Italiens EURO-Starter bekannt, Testspiel abgesagt
- SP-Fraktion gegen Steuerabkommen
- Ein Wechsel im irischen Kader
- Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
- Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
- Studie kritisiert MSC-Fischlabel
- Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Frankreich verzichtet für EURO auf Gourcuff
- Bald-Papa Robbie Williams: Für seine Kleine macht er sich fit
- Migros deklariert Produkte aus besetzten Gebieten
- Griechenland gibt EURO-Kader bekannt
- Dänemark-Keeper Sörensen verpasst EURO


Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
SP-Fraktion gegen Steuerabkommen
Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
SP könnte Steuerabkommen kippen


















