International
Eurogruppe setzt Griechenland Ultimatum bis Mittwoch
Bis zum kommenden Mittwoch müsse Athen drei Bedingungen erfüllen, ohne die kein grünes Licht für ein neues Rettungspaket gegeben werde. Das sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker nach einer Sitzung in Brüssel. Das zweite Kreditpaket für Griechenland sieht bisher 130 Milliarden Euro öffentlicher Finanzhilfe vor.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Die Euro-Finanzminister beschlossen am späten Donnerstagabend, dass Griechenland mit Krediten über 130 Milliarden Euro geholfen wird. Das Hilfspaket ist aber an ein Ultimatum geknüpft: Der Schuldensünder muss für innerhalb einer Woche seinen internationalen Geldgebern weiter entgegenkommen.
Konkret: Griechenland muss sich verpflichten, im laufenden Jahr zusätzliche 325 Millionen Euro einzusparen. Dies teilte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker mit. Zudem müssten alle Koalitionspartner in Athen verbindlich zusichern, bei dem Programm mitzuziehen.
Definitiver Entscheid am Mittwoch
«Trotz des wichtigen Fortschritts, den wir in den vergangenen Tagen erreicht haben, hatten wir nicht die notwendigen Elemente auf dem Tisch, um heute Entscheidungen zu treffen», betonte Juncker. Ein endgültiger Beschluss könne erst fallen, wenn das griechische Parlament am Sonntag das vereinbarte Programm beschlossen habe.
Die Eurogruppe werde am Mittwoch erneut tagen, um dann eine abschliessende Entscheidung zu treffen. Bei dem Sondertreffen soll es um das zweite Hilfsprogramm für das hochverschuldete Land sowie den Schuldenschnitt gehen, den die Regierung in Athen mit ihren privaten Gläubigern aushandelt. Es sei geplant, beide Prozesse dann am Mittwoch abzuschliessen, sagte Juncker.

Merkel ermahnt Athen
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die griechische Regierung ermahnt, das beschlossene Sparpaket ohne Abstriche umzusetzen. «Manche dringend notwendige Massnahme ist zwar auf dem Papier angenommen, aber noch bei weitem nicht durchgeführt worden», sagte Merkel.
«Die griechische Verschuldung muss bis 2020 auf etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes reduziert werden, damit hätte das Land aus eigener Kraft wieder eine Chance an den Märkten», sagte Merkel.
Zudem bekräftigte sie die deutsch-französische Forderung nach der Einrichtung eines Sonderkontos für Griechenland.
Vor der Brüsseler Krisensitzung hatten sich die Regierungsparteien in Athen auf ein Sparpaket geeinigt. Es sieht neue, erhebliche Einschnitte vor: Niedrigere Mindestlöhne, eingefrorene Gehälter und weniger Staatsdiener.
Selbst bei der bis zuletzt umstrittenen Rentenkürzung gab es nach Angaben aus Athen eine Einigung. Bis 2015 soll Griechenland so insgesamt 14 Milliarden Euro sparen, allein dieses Jahr sollen es 3,1 Milliarden sein.
Die Einigung auf den harten Sparkurs hat erste personelle Konsequenzen in der griechischen Regierung gefordert. Der politische Staatssekretär im Arbeitsministerium, Giannis Koutsoukos, trat aus Protest gegen das Sparprogramm zurück. Er sei wegen der darin enthaltenen harten Kürzungen sozialer Programme zurückgetreten.
Neue Kreditverhandlungen
Das überschuldete Euro-Land soll durch den Forderungsverzicht um rund 100 seiner über 350 Milliarden Euro Schulden entlastet werden. Zugleich wird über ein neues Kreditpaket der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) über 130 Milliarden Euro verhandelt. Im Gegenzug muss Griechenland harte Reformen und Einsparungen vornehmen, um sich zu sanieren und auf einen Wachstumspfad zurückzukehren.
Drastische Sparmassnahmen
Das beschlossene Sparpaket bedeutet harte Einschnitte für die Arbeitnehmer des Landes. Alle Löhne in der Privatwirtschaft sollen solange eingefroren werden, bis die Arbeitslosenquote von heute mehr als 19 Prozent auf 10 Prozent gefallen ist.
Zudem soll der Mindestlohn um 22 Prozent auf 590 Euro gesenkt werden, für junge Leute unter 25 Jahren soll die Kürzung noch drastischer ausfallen. Schliesslich sollen die Renten der als reich geltenden Rentenkassen von Banken sowie Telefon- und Elektrizitätsgesellschaft um 15 Prozent reduziert werden. Die Regierung bekräftigte auch ihre Absicht, dass 150'000 Staatsbedienstete bis 2015 gehen sollen.
Seit Wochen ist aber klar, dass angesichts der erneut verschlechterten Wirtschaftslage die 130 Milliarden Euro nicht ausreichen werden. Wie die Lücke zu einem als akzeptabel betrachteten Schuldenstand von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 geschlossen werden soll, ist noch umstritten.
Neben höheren Hilfskrediten wird auch ein Sanierungsbeitrag der Europäischen Zentralbank diskutiert, die hohe Bestände an griechischen Staatsanleihen hält.
(reuters/redaktion)
Meldungen im Tagesverlauf
- Zum Thronjubiläum: William zeigt sein Lieblingsbild mit der Oma
- Italiens EURO-Starter bekannt, Testspiel abgesagt
- SP-Fraktion gegen Steuerabkommen
- Ein Wechsel im irischen Kader
- Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
- Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
- Studie kritisiert MSC-Fischlabel
- Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
- Annan kämpft in Syrien weiter für Frieden
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Frankreich verzichtet für EURO auf Gourcuff
- Bald-Papa Robbie Williams: Für seine Kleine macht er sich fit
- Migros deklariert Produkte aus besetzten Gebieten
- Griechenland gibt EURO-Kader bekannt
- Dänemark-Keeper Sörensen verpasst EURO
- 500'000 Chilenen üben den Ernstfall


Norditalien: Zwei schwere Beben innert weniger Stunden
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
SP-Fraktion gegen Steuerabkommen
Bussendepots bei Ausländern sind erlaubt
Session beginnt für Jungparlamentarier auf Twitter
Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
Bundesgericht: Kein Zeitaufschub für AKW Mühleberg
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
SP könnte Steuerabkommen kippen



















M. Gasser, Freiburg
)
(markusgasser
Verfasst am: 10.2.2012 11:45
Zwangsneurose der Euroturbos ?
Entlasst doch endlich die Griechen und vielleicht... [1] mehr
Zustimmen — 11 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 9 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
J. Schwärzel, Zürich
)
(JObij
Verfasst am: 10.2.2012 10:30
Bankdirektoren verfügen Rente und andere Sozialleistungen
Etwas geht da ganz schief. Finanzminister und... mehr
Zustimmen — 19 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
M. Sutter, Berlin
)
(alleswahr
Verfasst am: 10.2.2012 9:59
Die Welt ist global
Ich glaube nicht mehr an eine Wirtschaftliche... [1] mehr
Zustimmen — 13 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 13 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten