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Antarktis: Russen bohren Rekord-Loch zu Riesensee
Russische Forscher haben einen Meilenstein erreicht. Sie sind nach über 30 Jahren Bohrarbeiten zum Wostok-See unter dem kilometerdicken Antarktiseis vorgedrungen.
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Medien in Moskau sprachen vom grössten Ereignis der Antarktis-Forschung der vergangenen 100 Jahre. «Unsere Wissenschaftler beendeten gestern in der Station Wostok in der Antarktis in einer Tiefe von 3768 Metern die Bohrungen und erreichten die Oberfläche eines subglazialen Sees», zitierte die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti die Forscher.
Die Russen hatten jahrelang die schwierige Bohrung versucht. Laut RIA Nowosti bestätigte nun eine Quelle in der Struktur des Föderalen Dienstes für Hydrometeorologie und Umwelt-Monitoring Rosgidromet, dass die Wissenschaftler die Oberfläche des Sees erreicht haben.
Der Wostok-See im Osten der Antarktis ist der grösste bislang bekannte subglaziale See. Er ist etwa 32mal so gross wie der Bodensee und über 900 Meter tief. Der See ist seit vielen Millionen Jahren von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Erforschung des einzigartigen Wasser-Ökosystems spielt bei der Erforschung des natürlichen Klimawandels in den nächsten Jahrtausenden eine enorme Rolle.
Das geheimnisvolle Gewässer unter dem Eis
Die russische Polaforschungsstation Wostok existiert seit 1957 am südlichen Kältepol. Alles zur Bohrstation und den Bohrungen finden sie in der Infografik hier.
Die diesjährige Saison für die Bohrarbeiten der 57. russischen Antarktis-Expedition über dem Wostok-See hatte am 2. Januar begonnen. Nach dem Vordringen zur Wasseroberfläche und einigen Spezialarbeiten ruhen die Arbeiten bis im Dezember. Dann wollen die Forscher Proben von eingefrorenem Seewasser entnehmen.
Über radio- und seismischen Sondierungsverfahren gewannen die Wissenschaftler unter anderem Angaben über Grösse und Form des Gewässers, die Eisdicke sowie über das Unterwasserrelief.
Die Mission ist umstritten. Westliche Forscher fürchten, dass das Ökosystem des grössten unterirdischen Sees der Antarktis verschmutzt werden könnte. Möglicherweise existieren dort unbekannte Bakterien.
US-Wissenschaftler hatten ihren russischen Kollegen vorgeworfen, bei der Bohrung Kerosin und Frostschutzmittel zu verwenden. Dieses könnte den unter dem Gletscher liegenden See verschmutzen.
Im Januar 1998 wurde die Bohrung aufgrund eines internationalen Abkommens etwa 130 Meter über dem See gestoppt, um eine Kontamination des Sees zu vermeiden.
Am Petersburger Institut für Bergbau wurde daraufhin eine Sondertechnologie ausgearbeitet, welche die mögliche Verschmutzung des Wostok-Sees auf ein Minimum reduziert. Die Weltgemeinschaft stimmte 2003 den russischen Vorschlägen zu. Die Tiefbohr-Arbeiten wurden 2005 wieder aufgenommen.
Die Sowjetunion hatte mit den Forschungsbohrungen unter einer Polarstation in den 1970er Jahren begonnen. Erst 1996 entdeckte ein russisch-britisches Team den See.
(sf/muei)
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T. Käppeli, Guatemala Ciudad
)
(thkaepp
Verfasst am: 10.2.2012 3:39
Der Mensch kann und wird es nicht lassen, sich den eigenen Ast abzusägen
bis er den letzten Fleck Erde auch noch versaut... mehr
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R. Trösch
)
(rolf.troesch
Verfasst am: 8.2.2012 22:51
Finger weg!
Die Antarktis ist durch ein internationales... mehr
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