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Topmarken wollen in die Schweiz – und können nicht

Nadine Gerber
Mittwoch, 8. Februar 2012, 16:27 Uhr

Die bekannten Schweizer Einkaufsstrassen werden immer mehr zu Einheitsbrei. Grosse Ladenketten – überwiegend aus dem Ausland – halten Einzug. Und auch Topshots wie Topshop oder Abercrombie wollen auf den Schweizer Markt. Doch der Platz ist begrenzt.

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Apple statt Botty, H&M statt Café St. Gotthard oder Sunrise statt Pelz AG: Der Schweizer Detailhandel ist im Umbruch. Die Globalisierung spült riesige Ladenketten an wie Sand am Meer. Obwohl die Mietpreise an der Zürcher Bahnhofstrasse so hoch sind wie noch nie, ist der Kleiderriese H&M schon mit drei Filialen vertreten.

Von der Gurzelngasse in Solothurn über die Rue de Marché in Genf bis zur Winterthurer Marktgasse – das Shoppingangebot in der Schweiz unterscheidet sich kaum. Zu diesem Schluss kommt auch die Retail Marktstudie 2012, welche die Situation schweiz- und weltweit jährlich unter die Lupe nimmt.

Bild Menschen laufen über die Bahnhofstrasse, ein 11er-Tram.
Die Mietpreise an der Zürcher Bahnhofstrasse sind so hoch wie noch nie. keystone

Während in den grossen weltweiten Städten die Shoppingmeilen praktisch zu 100 Prozent aus Geschäften, die zu einer grossen Ladenkette gehören, bestehen, sind es in der Schweiz bislang 70 bis 80 Prozent. Dies sagt der Herausgeber der Studie, Marc-Christian Riebe zu «SF Online».

Die Schweiz sei nicht an oberster Stelle in der Priorität für eine Expansion, sagt Riebe. Und jene, die gerne kommen würden, finden keine Ladenfläche.

Spezielle Anforderungen an das Ladenlokal

Diverse grosse Namen aus dem Ausland hätten durchaus Interesse, ihre Kleider, Schuhe und Accessoires in der Schweiz an die Frau und den Mann zu bringen. Riebe spricht von Labels wie die Bekleidungsanbieter Abercrombie & Fitch, Forever21 oder Desigual.

Das Interesse dieser Labels bestätigt auch Thomas Hochreutener, Direktor Handel beim Marktforschungsinstitut GfK. Er zählt zu den oben genannten noch bekannte Marken wie Primark oder Topshop auf.

Das Problem sei, dass diese Firmen sehr spezifische Ansprüche hätten an ihr Ladenlokal. «Bei Abercrombie etwa soll der Laden mindestens 600 Quadratmeter gross sein, er soll eine spezielle Aussenansicht haben und nur an der besten Lage zu finden sein», so Hochreutener. Und die Miete, die dann verlangt werde, wollten die «Grossen» der Branche oft nicht bezahlen.

Bild Abercrombie-Tshirt mit Logo, im Hintergrund ein Plakat.
Auch der amerikanische Kleiderriese Abercrombie & Fitch will in der Schweiz Fuss fassen. keystone

So könnte es Labels wie Topshop oder Abercrombie & Fitch eher in die Einkaufszentren ziehen. Dass er mit beiden Marken in Kontakt steht, bestätigt Stefan Gross, Geschäftsführer des Einkaufszentrums Glatt im Kanton Zürich.

Anforderungen bei Markteintritt besonders hoch

«Wir halten immer Ausschau nach Labels, die spannend sein könnten.» Auch sei sein Zentrum sehr daran interessiert, bekannte Labels als erstes in der Schweiz anzubieten. So wurde im September 2011 ein Desigual-Flagshipstore bereits eröffnet.

«Bei einem Markteintritt muss alles perfekt sein», sagt Stefan Gross. Die Labels wollen, dass alles stimmt – das Lokal, die Lage, die Nachbarn. Da gebe es intensive Diskussionen und es könne schon einmal bis zu 3 Jahre dauern vom ersten Gespräch bis zur Ladeneröffnung.

Neuer Mieterekord an der Bahnhofstrasse

Die Mieten an der teuersten Strasse der Schweiz, der Zürcher Bahnhofstrasse, sind so hoch wie nie zuvor. Lesen Sie hier alles dazu.

Ein Mietvertrag für den Einzug ins Glatt liege also noch nicht auf dem Tisch, so Gross. Doch Brands wie Abercrombie oder Topshop hätten gute Gründe, einen Standort in der Schweiz zu wählen: Die Kaufkraft sei hoch, die Mehrwertsteuer niedrig. Und es liesse sich eine gute Marge erzielen.

Auch Philipp Schoch, Centerleiter des Sihlcity in Zürich, spricht von einer guten Plattform für ausländische Grossdetaillisten. Auch das Sihlcity sei stets in Kontakt mit internationalen Toplabels – Namen nennen will er nicht. Genauso wenig wie Eva Maier, die das Neubauprojekt Erlenmattgalerie in Basel betreut. Neue Konzepte seien gefragt. Details will sie nicht verraten.

Einheitsbrei also bald nicht mehr nur auf den Einkaufsstrassen, sondern auch in den Einkaufszentren. Abercrombie- und Topshop-Fans dürfte es recht sein.

Kommentare aktiv...

A. Flükiger, Bern
(Aedu Mann)
Verfasst am: 8.2.2012 22:31

Wo liegt das Problem?

Wieder sind mal die Linken schuld, obwohl hier... mehr

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V. Eberhard
(veberhard Frau)
Verfasst am: 8.2.2012 17:16

Schade

Die grossen Städte wie Paris, Mailand, London... [2]  mehr

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