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Neue Details zu Majak-Uran in Schweizer AKW

Thomas von Grünigen, «Rundschau»
Mittwoch, 8. Februar 2012, 21:06 Uhr

Ein brisantes Dokument aus Russland zeigt, dass die Uran-Wiederaufbereitungsanlage Majak nicht nur in den 1950er und 1960er Jahren die Umwelt verschmutzte. Sondern auch noch vor wenigen Jahren, als die Schweizer AKW Gösgen und Beznau bereits Brennstäbe von dort bezogen.

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Schweizer Lieferstopp für russisches Uran? («Rundschau», 08.02.2012)

Die Gerichtsakte des Bezirksgerichts Tscheljabinsk aus dem Jahre 2006 richtet schwere Anschuldigungen an den damaligen Direktor von Majak, Witali Sadownikow. Er habe zwischen 2000 und 2004 nicht verhindert, dass radioaktiver, flüssiger Abfall durch Lecks in umliegende Flüsse gelangte. Mensch und Natur wurden dadurch geschädigt.

Millionen Tonnen radioaktiver Abfälle

Das russische Gericht stellte fest, dass der Grenzwert von Srontium-90-Radio-Nukliden bei einem der umliegenden Dörfer um das 10fache überschritten wurde: «Der Fluss Techa kann zu jenem Zeitpunkt selbst als flüssiger radioaktiver Müll eingestuft werden».

Vladimir Slivyak von der russischen Umwelt-Organisation Ecodefense sagt gegenüber der  Rundschau: «Die Regierung hat immer behauptet: Falls noch Radioaktivität austritt, dann ist es sehr wenig. Das Gerichtsdokument weist nun aber nach, dass Millionen Tonnen radioaktiver Abfälle in den Fluss gelangt sind.»

Statt bauliche Lecks in der Anlage zu beheben, zweigte der Direktor Betriebsgeld als Prämie für sich selber ab. Trotzdem wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt. Wegen einer landesweiten Amnestie zum 100. Jahrestag der Duma.

Axpo verteidigt Majak

Das AKW Beznau stellt wegen diesen Recherchen der Rundschau weitere Abklärungen in Aussicht: «Wir werden von unserem Brennstofflieferanten Areva Auskünfte zu den geschilderten Sachverhalten verlangen», schreibt sie der «Rundschau». Axpo hat die Lieferungen aus Majak seit November unterbrochen, bis mehr Transparenz hergestellt ist. Firmensprecher Rainer Meier verteidigt dennoch den Produktionsstandort Majak: «Wir haben 2010 und 2011 eine umfassende Untersuchung gemacht. Die Daten zeigen nicht an, dass immer noch Belastungen stattfinden und Grenzwerte verletzt werden. Sanierungsbestrebungen sind im Gang.»

Stefan Füglister, Atom-Experte im Auftrag von Greenpeace, widerspricht: «Es ist unbestritten, dass nach wie vor radioaktive Abwässer in dieses System geleitet werden und dass die Rückhalte-Vorrichtungen der Becken nicht dicht sind. So gelangen weiterhin radioaktive Substanzen ins Flusswasser.»

Politik reagiert

Nächste Woche diskutiert die ständerätliche Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek), über die Uran-Thematik. Ein Vorstoss fordert strengere gesetzliche Regelungen und mehr Transparenz.

Für Urek-Mitglied This Jenny (SVP/GL) ist klar, dass die AKW-Betreiber aus den Verträgen aussteigen müssen. «Das sollten sie abstellen. Politik und Bevölkerung haben kein Verständnis dafür. Die Betreiber haben andere Möglichkeiten, dieses Material zu beziehen.»

Kommentare aktiv...

J. Sand, Zürich
(juergsand Mann)
Verfasst am: 9.2.2012 10:34

So was von gutgläubig!

Wenn von 10-fach überschrittenen Grenzwerten... [2]  mehr

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M. Sutter, Berlin
(alleswahr Mann)
Verfasst am: 8.2.2012 23:53

Es ist unsere Welt

"Sanierungsbestrebungen sind im Gang",... [1]  mehr

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R. Trösch
(rolf.troesch Mann)
Verfasst am: 8.2.2012 22:25

abhängig

Vielleicht begreifen jetzt die (immernoch)... [1]  mehr

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