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US-Rechtsprofessor: «Nichts wirkt abschreckender als eine erhängte Bank»
US-Steuerexperten wie John Coffee von der Columbia Universität befürworten die Anklage gegen die Privatbank Wegelin. Die USA müssten härter durchgreifen, weil einige Schweizer Banken nichts aus dem UBS-Staatsvertrag gelernt hätten. Verantwortlich für die harte Tour ist US-Staatsanwalt Preet Bharara – ein Porträt in der «Rundschau».
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Im Visier des sogenannten «Sheriffs der Wallstreet» sind auch Credit Suisse, Julius Bär und die Zürcher und Basler Kantonalbank. Preet Bhararas Zentrale liegt nur einen Katzensprung von der Wall-Street entfernt. Von hier aus macht er Jagd auf White-Collar-Kriminelle, Personen, die Wirtschaftsdelikte begangen haben. Als Leiter der Staatsanwaltschaft des Südlichen Distrikts von Manhatten steht er der wichtigsten Anklage-Behörde der USA vor. Für ihn arbeiten 200 Staatsanwälte.
Bald weitere Schweizer Banken angeklagt?
Wirtschaftsanwalt Bryan Skarlatos vertritt rund 600 Steuersünder von Schweizer Banken. Darunter auch viele der Bank Wegelin. Dass Bharara gezielt Schweizer Banken aufs Korn nimmt, glaubt Skarlatos nicht. Bharara habe viele Informationen bekommen, weil die UBS im Rahmen des Staatsvertrags Kundennamen, von denen viele in New York leben, an die USA ausgehändigt habe. Den Informationen sei er nachgegangen. «Eine Spur führte zur Bank Wegelin», so der Anwalt.
Skarlatos empfiehlt seinen Kunden Steuern offenzulegen und eine Busse zu bezahlen. Sonst drohten ihnen Gefängnisstrafen. Er ist überzeugt, dass bald weitere Anklagen gegen Schweizer Banken folgen. «Ich weiss nicht genau wann», sagte er zur «Rundschau», «aber es ist eine Frage von Monaten».
US-Professor: Die USA haben die Geduld verloren
Die Bank Wegelin habe Fehler der Vergangenheit wiederholt, darum habe Bharara sie angeklagt, sagt John Coffee, Rechtsprofessor an der Columbia University: «Die USA fühlen sich von den Schweizer Banken an der Nase herumgeführt. Die Finanzhäuser ignorieren einfach, was die Schweiz und die UBS ausgehandelt hatten. (..) Die USA haben die Geduld in Bezug auf das Schweizer Bankensystem zum grossen Teil verloren. Amerika ist in einer Position, in der sie die Schweiz härter strafen kann, als es der Schweiz gefällt.»
Die harte Hand Bhararas hat Michael Bachner, Verteidiger von Wirtschaftskriminellen, zu spüren bekommen. «Er lässt Telefongespräche abhören. Das ist eine Technik, die man früher nur beim organisierten Verbrechen eingesetzt hat. Viele Leute finden, das gehe zu weit und verletze die Privatsphäre», sagt Bachner.
Bewunderer aus der Kindheit
Schon als Kind sei Bharara von ausgeprägter Gerechtigkeitsliebe gewesen, sagen alle, die ihn länger kennen. So hat sich der Sohn indischer Immigranten unerschrocken für seine Lehrerin eingesetzt, als diese gefeuert worden ist. Sie hatte die strengen Regeln der Privatschule kritisiert. Bharara sei zu ihr gekommen und habe ihr gesagt: «Das ist ja furchtbar. Wir müssen etwas dagegen tun. Wir müssen protestieren. Ich werde die Mitschüler zusammenrufen.» Bis heute ist die Lehrerin für Geschichte und Literatur mit ihrem prominenten ehemaligen Schüler in Mail-Kontakt. Er ist ihr ganz persönlicher Held.
Preet Bharara ist nicht nur engagiert, sondern auch schlagkräftig. Als Bundes-Staatsanwalt bringt er Terroristen vor Gericht. Wie zum Beispiel Ahmad Ghailani, einer der Drahtzieher der Anschläge auf US-Botschaften in Kenia und Tansania. Bhararas Kommentar: «Ahmad Ghailani war ein erbarmungsloser Terrorist, ein Massenmörder und Mitglied der Al-Kaida. Er wird den Rest seines Lebens im Gefängnis bleiben.» Auch den Attentäter vom Times Square hat Bharara lebenslänglich hinter Gitter gebracht.
Viel internationale Aufmerksamkeit bekam er mit der grössten Anklage gegen Insiderhandel überhaupt. Diese führte letzten Herbst zur Verurteilung des Hedge-Fund-Milliardärs Raj Rajaratnam. Das Verdikt: Elf Jahre Gefängnis, das bisher höchste Strafmass wegen Insiderhandels.
Coffee: Eine Lektion für Banken
Bharara, der «Jäger» von Insiderhändlern, Attentätern und Schweizer Banken. John Coffee, der Studienkollege Bhararas, ist überzeugt, dass seine Strategie zur Abschreckung dienen soll: «Ich denke, die USA würden sich gerne mit den meisten Banken einigen. Aber es könnte dennoch ein paar geben, denen eine Lektion erteilt werden muss. Nichts wirkt abschreckender, als wenn ab und zu jemand gehängt wird.»
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P. Grimm, Schliern / Köniz
)
(grimmpeter
Verfasst am: 9.2.2012 16:26
Gerechtigkeitssinn
Bei all der ,,Gerechtigkeit,, muss Bhrararas aber... mehr
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U. Bilger, Kanchanaburi
)
(odersos
Verfasst am: 9.2.2012 9:39
im gegenzug
könnte ja man auch ein in der schweiz tätiges... mehr
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M. Amgwerd, Solothurn
)
(MarcelAmgwerd
Verfasst am: 8.2.2012 22:38
Schwarzgeld in den USA in Sicherheit bringen...
Hätte ich Schwarzgeld, würde ich es in der USA... [1] mehr
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