International
Morden in Syrien geht weiter – Homs unter Raketenbeschuss
Mit militärischer Macht und Milizen-Terror versucht das syrische Regime, den Willen der Aufständischen in der Stadt Homs zu brechen. Raketen und Mörser wurden auf bestimmte Stadtgebiete abgefeuert. Derweil sind in Berlin zwei mutmassliche syrische Spione festgenommen worden.
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Allein in der Protesthochburg Homs wurden nach Angaben von Aktivisten 68 Menschen getötet. Landesweit sollen mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen sein. Die syrische Armee habe das Viertel Baba Amro in der Stadt Homs unter Beschuss genommen und mindestens 23 Gebäude dem Erdboden gleichgemacht.
Familien mit Messer massakriert
In zwei Krankenhäusern von Homs seien 18 Frühchen in Brutkästen ums Leben gekommen, weil der Strom abgeschaltet worden sei. Die syrische Muslimbruderschaft bezeichnete das Vorgehen in Homs als «Massenmord».
Drei Familien seien zudem von Milizionären in ihren Häusern massakriert worden, hiess es. Die Eindringlinge hätten 20 Menschen mit Messern getötet. Wegen der eingeschränkten Bewegungsfreiheit für Medienvertreter in Syrien ist es schwer, derartige Angaben zu überprüfen.
Syrien-Kennerin Kristin Helberg bestätigt in der «Tagesschau» die dramatische Lage in Homs.
AFP-Mitarbeiter getötet
Die sogenannten Revolutionskomitees meldeten, Angehörige des syrischen Geheimdienstes hätten im Libanon nahe der Grenze zwei junge Männer aus der Stadt Homs verschleppt. Sie seien vom Geheimdienst der Luftwaffe zurück nach Syrien gebracht worden.
Bei den Angriffen auf Homs ist auch ein freier Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP getötet worden. Der unter dem Pseudonym «Omar der Syrer» arbeitende Aktivist Mazhar Tayyara war unter anderem auch für den «Guardian» und «Die Welt» tätig.
Verschiedene Milizen operieren
Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, in der Provinz Daraa seien nahe der jordanischen Grenze ein Offizier und 17 Soldaten desertiert. Als Reaktion hätten Assad-Truppen auch dort eine Offensive gestartet. Die Streitkräfte seien dabei ähnlich massiv vorgegangen wie in Homs, berichtete der Nachrichtensender Al-Arabija unter Berufung auf das oppositionelle syrische Medienzentrum.
Der syrische Menschenrechtsanwalt Haitham al-Maleh sagte in diesem Zusammenhang, regimetreue Einheiten seien für die gewaltsame Unterdrückung der Proteste verantwortlich, nicht die regulären Truppen der Armee.
UNO-Menschenrechts-Kommissarin entsetzt
Die Arabische Liga forderte unterdessen ihre Beobachter auf, Syrien zu verlassen. Das bestätigte ein Mitarbeiter der Liga in Kairo. Der Leiter der Beobachtermission soll jedoch vorerst noch in Damaskus bleiben.
Entsetzt äusserte sich die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, über den Einsatz von Artillerie und anderen schweren Waffen «bei anscheinend wahllosen Attacken auf Wohngebiete». Das Scheitern einer Syrien-Resolution im UNO-Sicherheitsrat scheine «die Bereitschaft der syrischen Regierung verstärkt zu haben, die eigene Bevölkerung zu massakrieren, um Opposition zu zerbrechen».
Russland hält Syrien die Treue
Die Türkei setzt sich für einen neuen Fahrplan zur Beilegung des blutigen Konflikts ein. Nötig sei ein internationales Forum in der Region, auf dem alle wichtigen Staaten vertreten sein müssten, sagte Aussenminister Ahmet Davutoglu dem türkischen Fernsehsender NTV. Er wollte noch in der Nacht zum Donnerstag zu Gesprächen mit seiner Amtskollegin Hillary Clinton in die USA fliegen.
Russlands Regierungschef Wladimir Putin forderte in Moskau, das syrische Volk müsse selbst über sein Schicksal entscheiden. «Natürlich lehnen wir jede Gewalt ab, von welcher Seite auch immer, aber niemand sollte sich wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen.»
Putin verwies auf die Situation in Libyen nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi. Niemand spreche über die Gewalt gegen Unterstützer Gaddafis, «weil das die schrecklichen Folgen vor allem von militärischer Intervention sind».
Russland hält trotz der massiven Kritik des Westens dem syrischen Regime die Treue. Zusammen mit China hatte Moskau gegen die geplante Syrien-Resolution im UNO-Sicherheitsrat das Veto eingereicht. Damit sind der UNO die Hände gebunden. Lesen Sie hier mehr dazu.
Syrische Spione in Deutschland?
Die beiden in Berlin festgenommenen mutmasslichen syrischen Spione müssen in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes (BGH) verkündete ihnen die Haftbefehle, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Die beiden Männer seien dringend verdächtig, in Deutschland lebende Oppositionelle planmässig beobachtet und ausgeforscht zu haben.
Die beiden Männer im Alter von 47 und 34 Jahren waren am Dienstag in Berlin festgenommen worden. Ihnen wird geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen. Gegen sechs weitere Verdächtige wird ermittelt.
(agenturen/bers/buev)
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V. Eberhard
)
(veberhard
Verfasst am: 9.2.2012 13:18
Gott sei Dank
Hat es auch in der Schweiz vermehrt Menschen,... mehr
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P. Feher, Geuensee
)
(Spartakus
Verfasst am: 9.2.2012 12:31
Genau die meinte ich, die sunnitischen
Extremisten. Man möge bitte den Schreibfehler... mehr
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V. Eberhard
)
(veberhard
Verfasst am: 9.2.2012 9:33
Berichterstattung
der Medien ist mir zu einseitig. Ich bin... mehr
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