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International

Syrer wehren sich mit Waffe des Humors

Dienstag, 7. Februar 2012, 15:49 Uhr

Trotz Zensur und Lebensgefahr – Syriens Kulturschaffende regen sich. Via Cartoons, Filmen, Puppentheater geben sie ihrer Wut und ihrer Kritik am Regime Ausdruck. Sie tun dies oft mit dem für die Syrer typischen schwarzen Humor.

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«Top Goon – Die Tagebücher eines kleinen Diktators» ist eine von mehreren neuen Online-Shows auf Youtube. Zehn junge syrische Künstler vom Kollektiv «Masasit Mati» lassen den Diktator Bashar Assad alias Bishu und seine Entourage als Puppen auftreten. In einer Episode kämpft Assad in der Sendung «Wer will eine Million killen» – in Anlehnung an die Sendung «Wer wird Millionär» gegen Ägyptens Hosni Mubarak und Lybiens Moammar al-Gadaffi.

Die Gruppe «Masasit Mati» lebt gefährlich. Ein paar Künstler mussten bereits aus Syrien fliehen. Das hält die Künstler aber nicht davon ab, weitere Episoden zu produzieren. Deren 13 haben sie schon auf Youtube hochgeladen. In einem Video etwa, belacht man den pferdegesichtigen Sadisten, der enttäuscht wimmert, weil an seinem Geburtstag nur 50 Demonstranten erschossen werden.

Der Karikaturist Ali Farzat hingegen musste seine satirische Kritik am Regime teuer bezahlen. Zuerst stellte er die Mächtigen in seinen Bildern unkenntlich dar, dann brach er das allgemeine Tabu und zeichnete das Gesicht von Syriens Präsident Bashar al-Assad deutlich erkennbar. Farzat wurde überfallen, bewusstlos geschlagen und ein Arm, sowie mehrere Finger wurden ihm gebrochen. Seither lebt der Künstler in Kuwait.

Auch der bekannteste syrische Filmemacher, Omar Amiralay, floh aus seinem Heimatland. Er drehte Dokumentarfilme über den korrupten Staatsapparat. Oft hatten seine Werke einen sarkastisch-bitteren Ton. Und wen wundert es: Deren Ausstrahlung wurde in Syrien verboten. Omar Amiralay erlag im Februar 2011 den Folgen eines Herzanfalls. Seine Filme und seine Interviews bleiben nichtsdestotrotz präsent.

Ein eindrückliches Debut hat der syrischen Regisseur Akram Agha mit der Animation «The general’s boot» hingelegt. Sein Werk ist nicht humoristisch, rabenschwarz zeichnet er das Szenario einer Welt, in der Terrorismus und Radikalismus herrschen.

 

(ap/gallch)

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