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Klirrender Frost krallt sich in ganz Europa fest

Montag, 6. Februar 2012, 14:06 Uhr

Die tiefen Temperaturen sind nicht nur hierzulande ein Ereignis. In ganz Europa bringt die eisige Kälte Mensch und Technik an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Selbst an ausgesprochenen «Sommerorten» wie Mallorca beherrschen Frost und Eis den Menschen.

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Die spanische Ferieninsel Mallorca hat die tiefsten Temperaturen seit 40 Jahren registriert. Wie die Lokalpresse berichtete, waren an der Balearen-Universität in Palma de Mallorca am Vortag minus 5,7 Grad gemessen worden. Die Höchsttemperatur stieg in der Inselhauptstadt nicht über 4,8 Grad, was ebenfalls den tiefsten Wert seit vier Jahrzehnten bedeutete.

Verheerende Kältewelle in Osteuropa (10vor10, 06.02.2012)

Obdachlose stark gefährdet

Weiter nördlich zeigt sich die Kälte in Europa verständlicherweise noch unnachgiebiger. So sind unter anderem auch in Polen bereits zahlreiche Menschen gestorben.

Die meisten Opfer seien Obdachlose, die betrunken gewesen seien. Wegen der extremen Minusgrade lockerten die Aufnahmezentren für Obdachlose ihre Regeln. Sie nehmen inzwischen auch betrunkene Menschen auf.

Zur Kälte kommt die Flut

Noch drastischer zeigt sich die Situation in Rumänien und Bulgarien. Kam nach dem Schnee der Regen und sorgte für tückisches Glatteis. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer. Zehntausende blieben ohne Strom.

Nicht weniger dramatisch ist die Lage in Serbien, Bosnien und weiten Teilen Mittel- und Süditaliens. Angesichts einer bis zu zwei Meter hohen Schneedecke galt in Serbien am Samstag in fast 30 Gemeinden der Ausnahmezustand. Alle Grund- und Mittelschulen sowie Kindergärten sollten diese Woche geschlossen bleiben.

In Bulgarien kamen erst der Frost und dann der Regen. Eisglätte und Überschwemmungen sind die Folgen.

Die Regierung in Belgrad rief die Bürger zur Hilfe beim Schneeräumen auf. 70'000 Menschen waren durch die Schneemassen von der Umwelt abgeschnitten. Ähnlich war die Lage in Montenegro, im kroatischen Dalmatien und in Bosnien.

In Mittel- und Süditalien herrschte Winterchaos. Bis zu 120‘000 Menschen waren zeitweise ohne Strom. Tausende blieben in Zügen oder Autos stecken. In Rom und anderen Städten befreiten Soldaten die Strassen von Schnee und Eis.

Schiffunglück im Schneesturm

Die Kälte lähmt zudem den Schiffsverkehr. Auf der Elbe bildete sich so viel Eis, dass der Fluss von Magdeburg bis Hamburg unbefahrbar war, wie die Wasserschutzpolizei mitteilte.

Auch der Elbe-Havel-Kanal und Teile des Main-Donau-Kanals waren dicht. Ein festgefrorener Frachter nahe Magdeburg wartete auf Hilfe von Eisbrechern.

In Italien rammte ein Fährschiff in Civitavecchia nordwestlich von Rom im Schneesturm einen Hafendamm und wurde dabei schwer beschädigt. Das Schiff mit mehr als 300 Passagieren und Besatzung an Bord wurde evakuiert.

Schnee bis nach Afrika

In Grossbritannien reichten rund zehn Zentimeter Schnee aus, um ein Verkehrschaos auszulösen. Auch der Flugverkehr von mehreren europäischen Flughäfen war stark eingeschränkt. Europa stehen indes weitere Wetterextreme ins Haus.

Am Dienstag wird es noch frostiger. Von Mittwoch an sollen die Werte dann deutlich steigen. Zugleich soll es vor allem im Südosten kräftig zu schneien beginnen.

Die Kältewelle drang selbst bis Nordafrika vor. In höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier fiel seit Jahren wieder richtig Schnee. Zahlreiche Kinder, die noch nie weisse Flocken gesehen hatten, stürzten sich nach Augenzeugenberichten begeistert nach draussen.

(agenturen/from)

Kommentare aktiv...

P. bollschweiler, Castellón
(bollschweiler Mann)
Verfasst am: 6.2.2012 22:51

Klima

Ich wohne seit 35 Jahren in Spanien und sagte... mehr

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T. Käppeli, Guatemala Ciudad
(thkaepp Mann)
Verfasst am: 6.2.2012 20:25

Wetterkapriolen gab es schon immer. Aber heute frequenter und intensiver,

erinnert mich z.B. an Südostanatolien 1987 am... mehr

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